Mo, 11. Dezember 2017

Tour in Dolomiten:

16.08.2015 17:24

Galionsfigur der Bergretter in den Tod gestürzt

Schwerer Schock in Alpbach und in der Tiroler Bergrettungs- und Bergführerszene: Max Schneider (52), ein alpinistischer Könner ersten Ranges, stürzte am Einstieg des ersten Sellaturms in den Dolomiten an einer vergleichsweise harmlosen Stelle rund 150 Meter ab. Sein langjähriger Bergkamerad schlug sofort Alarm, doch für den dreifachen Vater kam leider jede Hilfe zu spät.

Die "Krone" erreichte die italienische Polizei in Canazei, die das Unglück erhob. Demnach waren Max Schneider und sein Innsbrucker Bergkamerad am Samstag am Einstieg zur Kletterroute auf den ersten Sellaturm. Der Steig ist bis dahin nicht seilversichert, weil er eben nicht sehr schwierig ist. Die eigentliche Klettertour beginnt erst weiter oben. "Der 52-Jährige entfernte sich dann einige Meter vom Weg, um zu schauen, ob man sich an der richtigen Einstiegsstelle befindet", schildert ein Carabiniere. Dabei dürfte Max Schneider auf den nassen Steinen (zuvor hatte es geregnet) ausgerutscht sein. Er stürzte rund 150 Meter ab.

Langjähriger Bergkamerad dabei

Sein Freund, der in unmittelbarer Nähe gewesen war, schlug per Handy Alarm. Der Notarzt des Hubschraubers "Aiut Alpin" konnte aber nur mehr den Tod des Unterländers feststellen. Er wurde zunächst in die Leichenkapelle nach Canazei geflogen. Sein schwerst geschockter Kamerad bedurfte psychologischer Hilfe. Die Todesnachricht aus Südtirol trifft viele Bergführer-Kameraden und besonders die Bergrettungs-Ortsstelle Alpbach. "Max war eine Galionsfigur, seit Jahrzehnten war er eine unserer tragenden Säulen", trauert Ortsstellenleiter Thomas Schneider. Immer wenn es brenzlig wurde, habe man auf das enorme Fachwissen von Max vertraut.

Dutzenden Menschen das Leben gerettet

In jungen Jahren war der Postbusfahrer noch mit der Bergsteiger-Legende Hias Rebitsch aus dem benachbarten Brixlegg unterwegs. "In seiner Zeit als Bergretter hat er dann wohl Dutzenden Menschen das Leben gerettet oder zumindest entscheidend dazu beigetragen", sagt Schneider. Die Faszination für die Berge führte den 52-Jährigen zigmal in die Dolomiten ("seine zweite Heimat") und sogar bis an den K2. Die Unglücksstelle am Fuße des ersten Sellaturms war im Vergleich zu den vielen gemeisterten Herausforderungen geradezu harmlos.

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