Fr, 17. November 2017

Legende im Interview

16.08.2015 17:40

Bubka: „Kiras Unfall ist ein Stich in mein Herz!“

Der legendäre Sergej Bubka meldete sich selbst aus Peking, wo er nächsten Mittwoch bei der Wahl zum Präsidenten des Leichtathletik-Weltpräsidenten gegen den früheren Wunderläufer Seb Coe antritt, mit emotionaler Stimme bei der "Kronen Zeitung", um seine Unterstützung für die querschnittgelähmte Kira Grünberg auszudrücken. Im Interview spricht der 35-fache Weltrekordler, Olympiasieger und sechsmalige Weltmeister über sein Mitgefühl für Kira, seine persönliche Hilfe, eine Charity in Wien, einen geplanten Besuch bei ihr und die Gefährlichkeit des Stabhochspringens.

"Krone": Sergej, deine Gefühle für Kira?
Sergej Bubka: Der Unfall trifft mich ganz unendlich tief, sie war so ein großes Talent, ich habe sie oft, auch schon bei Nachwuchsmeisterschaften, springen gesehen. Sie hatte sich gut entwickelt. Kiras Querschnittlähmung ist ein Stich in mein Herz. Ihr und ihrer Familie spreche ich mein größtes Mitgefühl, meine ständige Anteilnahme aus. Ich denke ganz häufig an sie.

"Krone": Du wolltest Kira ja in der vergangenen Woche an ihrem Geburtstag sprechen.
Bubka: Das hat leider nicht geklappt, die Ärzte hatten gesagt, das sei jetzt noch zu viel für sie. Ich werde das Telefonat aber wohl noch aus Peking in der nächsten Woche nachholen.

"Krone": Aber Grüße hast du ihr bereits bestellt?
Bubka: Ja, durch ihren Manager (Anm.: Thomas Herzog). Er sagte, Kira habe lieb gelächelt, als er ihr meine Grüße übermittelt habe.

"Krone": Was kannst du für Kira selbst tun?
Bubka: Ich habe schon auf Twitter weltweit um Hilfe für Kita gebeten. Mit dem Manager und der Familie überlegen wir weitere Hilfe. Ich selbst habe natürlich schon gespendet.

"Krone": Was kannst du noch tun?
Bubka: In Peking diskutiere ich mit dem Präsidenten eures Verbandes, Ralph Vallon, weitere Schritte. Wir werden eine Charity-Veranstaltung in Wien planen, ich komme dazu im Herbst nach Wien und werde Kira bei ihrer Rehabilitation besuchen.

"Krone": Soweit du aus der Ferne beurteilen kannst: Wie kann ein solcher Unfall passieren?
Bubka: Stabhochsprung ist sehr gefährlich. Ein kleiner Fehler, die falsche Griffhöhe etwa, kann schon schlimme Folgen haben. Ich hatte ja auch 1989 beim ISTAF einen Unfall, als ich neben der Matte auf dem Boden gelandet bin. Zum Glück ging das aber recht glimpflich ab.

"Krone": Es gab leider auch schon Todesstürze beim Stabhochsprung. Kannst du dich an eine Querschnittlähmung eines Stabhochspringers erinnern?
Bubka: Da muss man weit zurückgehen, bis in die 60er-Jahre, als die Glasfiberstäbe eingeführt wurden. Der erste 5,00-Meter-Springer der Geschichte (Anm.: Brian Sternberg/US) war auch querschnittgelähmt (Anm.: Sternberg zog sich bei einem Sturz während des Trampolintrainings einen Bruch zwischen dem vierten und fünften Halswirbel zu)."

"Krone": Aber jetzt geht es natürlich allen nur um Kira!
Bubka: Ich höre auch an deiner Stimme, wie dich der Unfall trifft. Ich danke dir und eurer Zeitung für die große Unterstützung von Kira. Ich verspreche hier noch einmal Kira und ihrer Familie all meine Hilfe!

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