Fr, 15. Dezember 2017

Effizienter als ITER

15.08.2015 08:40

MIT legt Pläne für neuen Atomfusionsreaktor vor

Das renommierte US-Forschungsinstitut Massachusetts Institute of Technology (MIT) hat ein neues Konzept für einen Atomfusionsreaktor vorgestellt, der in Zukunft große Mengen Energie und zugleich nur wenig Atommüll erzeugen soll. Die Pläne sehen vor, dass der Reaktor namens ARC nur ein Achtel so groß wie der weltweit bisher einzige im Bau befindliche Atomfusionsreaktor ITER sein wird, aber für ein Viertel der ITER-Kosten die gleiche Menge Energie erzeugt.

Herkömmliche Atomkraftwerke gewinnen Energie aus der Spaltung von Atomkernen. Bei Kernfusionsreaktoren vereinigen sich hingegen jeweils zwei Atome und setzen dabei gewaltige Mengen an Energie frei. Zugleich fällt kaum Atommüll an. Das entscheidende Problem liegt allerdings darin, dass nach derzeitigem Stand der Technik mehr Energie nötig ist, um die Kernfusionen auszulösen, als diese danach erzeugen. Dafür werden extrem starke Magnetfelder benötigt.

Atomfusionsreaktor ITER soll 2020 fertig sein
Der einzige Atomfusionsreaktor der Welt, der International Thermonuclear Experimental Reactor (ITER), wird derzeit in Südostfrankreich gebaut. Der Bau für das internationale Versuchsprojekt soll etwa im Jahr 2020 fertiggestellt werden. Das Kraftwerk soll zehn Mal mehr Energie erzeugen, als es verbraucht. ITER verwendet superleitfähige Magnetfelder mit relativ niedrigen Temperaturen. ARC soll hingegen neue superleitfähige Materialien mit hohen Temperaturen nutzen, um über ein leistungsfähigeres Magnetfeld zur Energiegewinnung zu verfügen.

Ein weiterer Unterschied liegt laut MIT darin, dass ARC im Gegensatz zu ITER aus zerlegbaren Teilen bestehe, sodass leichter andere Konfigurationen getestet werden könnten. Die Bauzeit von ARC soll fünf Jahre betragen.

Das Konzept ist bisher rein theoretisch. Es beruht auf einem MIT-Kurs zum Bau eines Kernfusionsreaktors von Professor Dennis Whyte. Studenten griffen die Überlegungen in einer Doktorarbeit auf. Mitte Juli erschien schließlich in der Fachzeitschrift "Fusion Engineering and Design" ein Artikel über das Forschungsprojekt.

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