So, 17. Dezember 2017

Zahlreiche Tote

13.08.2015 09:32

Heftige Chemieexplosion in chinesischer Hafenstadt

Bei einer schweren Explosion in der nordostchinesischen Stadt Tianjin sind am Mittwoch mindestens 44 Menschen ums Leben gekommen. Unter den Opfern seien auch zwölf Feuerwehrleute, berichtete die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua. 520 Menschen wurden demnach ins Krankenhaus gebracht, 66 davon schweben noch in Lebensgefahr. Das anschließende Feuer richtete großen Schaden an - unter anderem auf einem nahen Parkplatz mit Tausenden Neuwagen.

Laut dem Staatssender CCTV wurde die Feuerwehr der Stadt am Mittwochabend wegen eines Feuers in ein Hafenlager mit gefährlichen Chemikalien gerufen. Nachdem die Retter eingetroffen waren, kam es zu mehreren schweren Explosionen, bei denen mindestens zwölf Feuerwehrleute ums Leben kamen. Die Erschütterungen während der Explosionen waren so stark, dass sie vom nationalen Erdbebenzentrum registriert wurden.

Erschütterungen auch weit entfernt noch zu spüren
"Ich saß auf meinem Bett, als ich plötzlich einen lauten Knall hörte. Dann vibrierten die Fenster. Es war wie ein Erdbeben. Ich bin schnell auf die Straße gelaufen, um mich in Sicherheit zu bringen", sagte der 27-Jährige Lin Chen, der etwa zehn Kilometer von der Stelle der Explosionen entfernt wohnt, der Deutschen Presse-Agentur in einem Telefoninterview. "Ich habe gehört, dass die Krankenhäuser voll mit Leuten sind. Es ist wirklich tragisch."

Auf Videos in sozialen Netzwerken (siehe oben) war ein gewaltiger pilzförmiger Feuerball zu sehen. Auch Fotos von blutverschmierten Menschen, die auf der Straße lagen, und von beschädigten Gebäuden wurden gepostet. Andere Bilder zeigten eine riesige Rauchwolke, die über dem Hafenareal der Stadt aufstieg. Augenzeugen berichteten Staatsmedien von einer heftigen Druckwelle nach der Explosion, die zahlreiche Fenster zerstörte und Türen aus den Angeln riss. Zahlreiche Menschen seien durch Glasscherben und andere umherfliegende Teile verletzt worden.

"Fühle mich wie ein zweites Mal geboren"
"Ich habe ferngesehen und plötzlich draußen rotes Licht schimmern gesehen. Dann gab es einen großen Knall und das ganze Haus hat gewackelt. Ich war geschockt und konnte mich nicht bewegen. Mein Vater kam ins Zimmer und zog mich auf die Straße", erklärte die 21-jährige Studentin Liu, die in unmittelbarer Nähe des Hafens wohnt. "Zum Glück ist meine Familie in Sicherheit. Ich fühle mich wie ein zweites Mal geboren." Laut Berichten von Staatsmedien ist das Feuer mittlerweile unter Kontrolle, aber noch immer nicht komplett gelöscht. 100 Löschfahrzeuge seien weiterhin im Einsatz.

Wie die Polizei in Tianjin mitteilte, ereignete sich die erste Explosion in einem Lagerhaus für gefährliche Güter, das der Firma Ruihai Logistics gehört. Manager der Firma sind demnach festgenommen und verhört worden. Nach der ersten Explosion hatte das Feuer auf weitere Lagerhäuser übergriffen, in denen sich dann eine Reihe weiterer Explosionen ereignete, wie Staatsmedien berichteten. Gebäude von einem Dutzend Logistikfirmen sind demnach komplett zerstört worden. Hinweise darauf, wodurch das Feuer ausgelöst wurde, gibt es noch nicht.

In einer Rede an die Menschen von Tianjin kündigte Chinas Präsident Xi Jinping an, das Unglück werde "genau untersucht" und die "Verantwortlichen streng bestraft" werden. Hunderte Menschen haben sich laut Staatsmedien bisher zum Blutspenden gemeldet. Tianjin hat knapp 15 Millionen Einwohner und ist eine bedeutende Hafenstadt östlich von Peking.

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