Mo, 18. Dezember 2017

Flüchtlingsdrama

12.08.2015 21:38

Athen schickt Fähre als Notunterkunft nach Kos

Griechenland schickt eine Fähre als Notunterkunft für Flüchtlinge zur Insel Kos, um die dramatische Versorgungslage dort zu verbessern. "Wir haben beschlossen, sofort ein Schiff nach Kos zu schicken", hieß es in einer Erklärung des griechischen Staatsministers Alekos Flambouraris am Mittwoch. An Bord der Fähre sollen etwa 2.000 bis 2.500 Menschen aufgenommen und versorgt werden.

Die Migranten sollen dort auch registriert werden, hieß es. "Wir hoffen, dass die EU zur Handhabung dieser immer größer werdenden humanitären Krise beitragen wird", erklärte Flambouraris weiter. Weiters will Athen mit zustätzlichen Polizisten die Lage unter Kontrolle bringen.

Der Bürgermeister der Urlaubsinsel, Giorgos Kiritsis, sagte, die Lage habe sich etwas beruhigt, bleibe aber angespannt. Am Dienstag hatten Polizisten eine Gruppe Flüchtlinge mit Schlagstöcken und Feuerlöschern in Schach gehalten, die aus einem Fußballstadion zu einer Polizeiwache vordringen wollten, um sich dort registrieren zu lassen. Die Migranten hatten nach ihrer Überfahrt aus der Türkei teils mehrere Wochen an den Stränden und auf den Straßen der Insel übernachtet und sollten nun im Stadion weiter ausharren.

Mit Anzahl der Flüchtlinge überfordert
Die Behörden der kleinen Ägäis-Insel nahe der türkischen Küste sind mit der hohen Zahl der Flüchtlinge überfordert. Erst am Montag war ein Polizist suspendiert worden, der dabei gefilmt worden war, wie er einen Flüchtling ohrfeigte, der näher als erwünscht an die Polizeiwache herangekommen war. Bürgermeister Kiritsis warnte am Dienstag, es drohe, "Blut zu fließen".

In den vergangenen Tagen sind nach offiziellen Angaben 7.000 Flüchtlinge auf der 30.000-Einwohner-Insel eingetroffen. Die meisten wollen weiter nach Athen, bevor sie versuchen, andere EU-Länder zu erreichen. Humanitäre Organisationen bezeichneten die Lage auf Kos als chaotisch. Ähnlich ist die Situation auch auf anderen Inseln der Ostägäis, etwa auf Samos, Lesbos und Chios.

2015 bereits 124.000 Flüchtlinge in Griechenland
Ministerpräsident Alexis Tsipras hatte vergangene Woche die EU zu Hilfe gerufen, da sein Land angesichts des Ansturms überfordert sei. Nach UN-Angaben trafen seit Jahresbeginn knapp 124.000 Flüchtlinge in Griechenland ein.

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