Mi, 13. Dezember 2017

Asyl-Gipfel

12.08.2015 20:57

Mit 3.000 Flüchtlingen erfüllt Salzburg die Quote

Fast 3000 Flüchtlinge beherbergt Salzburg derzeit - das sind nach der übererfüllten Quote 105,4 Prozent. Doch der Ansturm ist noch lange nicht vorbei. Das wurde Mittwoch auch bei einem Asyl-Gipfel mit Landeschef Wilfried Haslauer klar.

Heißestes Thema da: Die Zeltstadt in der Schwarzenbergkaserne. Ein Ausweichquartier auf dem HSV-Sportplatz in Wals wird es nicht geben Möbel Lutz als Eigentümer hat andere Pläne mit dieser Fläche. Das Land prüft jetzt, ob es das Flüchtlingslager in der Kaserne übernimmt. Voraussetzungen: Es dürfen keine Zelte sein, sondern fixe Unterkünfte. "Vermutlich Holzhäuser", schildert Haslauers Sprecher Christian Blaschke. Und es dürfen nicht mehr als die vorgesehenen 250 Flüchtlinge sein - das Innenministerium wollte bis zu 800 Asylanten in Wals. "So etwas kommt nicht in Frage", sagt Haslauer. "Die Quartiere müssen sozial verträglich sein, wir dürfen Gemeinden nicht überfordern."

Im Ex-Hotel Kobenzl, Verteilerzentrum für Flüchtlinge des Bundes am Gaisberg, erkrankten 17 Asylwerber, sie haben sich vermutlich mit Noroviren angesteckt. Mehr als 100 Plätze stellt Seekirchen im Herbst für Flüchtlinge bereit. Zur Unterkunft im ÖGB-Haus mit 29 Plätzen kommt noch ein Privathaus in Schöngumprechting für 36 Menschen, Dienstag gab es eine Bürgerinformation: "Erfreulich, dass die Bevölkerung von sich aus Hilfe angeboten hat. Viele wollen mit anpacken oder Deutschkurse anbieten. Die Betreuung übernimmt der Samariterbund", sagte ÖVP-Bürgermeisterin Monika Schwaiger. Nahe dem Bahnhof überlegt das Land ein Containerdorf für 40 bis 50 Flüchtlinge.

Betriebsgrundstücke dienen als Unterkunft
Für einiges Staunen sorgen jedoch in Salzburg die neusten Quartiere, die für Flüchtlinge gefunden wurden: Darunter eine leer stehende Fabrik in Thalgau, wo 150 Asylwerber Platz fanden, eine ungenützte Gewerbefläche in der Gemeinde Bergheim und ein Areal im Gewerbegebiet von Anthering. "Die Erklärung ist recht einfach", berichtet Stronach-Klubchef Helmut Naderer: "Die Standort-Agentur musste einen Mitarbeiter abstellen, der jetzt geeignete Quartiere für Flüchtlinge sucht - und der weiß halt genau, welche Betriebs-Grundstücke in den Gemeinden gerade verfügbar sind. Bei 15.000 Arbeitslosen im Land wäre es aber besser, er würde sich um neue Firmen und damit Arbeitsplätze kümmern."

Gemeint ist Mag. Bernhard Rippel, der seit Mai 2014 Projektleiter für Betriebsansiedlungen bei der StandortAgentur ist - aber eben derzeit neue Quartiere für Asylwerber sucht. Das hält auch der Salzburger Stadtchef Heinz Schaden für unzulässig: "Dieser Sondereinsatz von Rippel ist mit uns nicht abgesprochen. Die Stadt zahlt 40 Prozent der Kosten für die StandortAgentur - die sollen ihre Arbeit machen, Und das ist eben die Suche nach neuen Betrieben, damit wir die Arbeitslosigkeit senken. Die Suche nach Flüchtlingsunterkünften ist jedenfalls nicht ihre Aufgabe", poltert Schaden und fügt hinzu: "Dagegen habe ich auch schon offiziell beim Land meinen Protest eingelegt."

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