Mi, 13. Dezember 2017

35 Grad plus in Wien

12.08.2015 11:45

Heuer mehr "Wüstentage" als in letzten zehn Jahren

Der Sommer 2015 ist ein Sommer der Hitzerekorde: Dabei sind heuer nicht nur die langen Hitzeperioden ungewöhnlich, sondern auch die vielen Tage mit hohen Temperaturen. In einigen Regionen des Landes habe es in den letzten Jahrzehnten pro Jahr noch nie so viele Tage mit mehr als 35 Grad gegeben, teilte die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) mit. Wien wird laut aktueller Prognose bis Freitag mehr Tage mit 35 Grad und darüber gehabt haben als in den letzten zehn Jahren zusammen, kündigt sich ein weiterer Extrem-Rekord für die Bundeshauptstadt an.

An der Wetterstation Hohe Warte wird es mit prognostizierten 36 Grad noch im Laufe des Mittwochs einen neuen Rekord bei den Hitzetagen mit über 35 Grad pro Jahr geben: 13 sogenannte Wüstentage werden die Wiener dann heuer bereits durchschwitzt überstanden haben. Eingestellt wurde der Rekord in der Bundeshauptstadt allerdings schon vor einiger Zeit - der Sommer 2013 war mit lediglich fünf solchen Hitzetagen bisheriger Spitzenreiter.

Noch bis Freitag dürfte sich die Zahl in Wien dann sogar auf 15 erhöhen - und somit die Hitze-Messlatte noch höher legen. "Im gesamten Zeitraum von 2005 bis 2014 gab es an der Wetterstation Wien Hohe Warte insgesamt vierzehn derart extrem heiße Tage", unterstrich ZAMG-Meteorologe Robert Klonner.

Neue Hitzerekorde auch in anderen Landeshauptstädten
Aber auch in anderen Regionen Österreichs werden nach dem wärmsten Juli seit Beginn der Messungen nun weitere Hitzerekorde eingestellt. In Linz-Stadt wurde seit Sommerbeginn mit fünf Tagen mit mehr als 35 Grad am Sonntag der Stand von 2013 erreicht - und der Rekord mittlerweile übertroffen. Ebenso eingestellt wurden die Wüstentag-Rekorde am Wochenende in St. Pölten mit neun Tagen über 35 Grad (8 waren es 1992), in Eisenstadt mit sieben Tagen (5 im Jahr 2013) und in Bregenz mit drei Tagen (2 im Jahr 2013). St. Pölten wird zudem heuer ebenfalls mehr Wüstentage in einem Sommer verzeichnen als in den letzten zehn Jahren zusammen. 11 waren es insgesamt zwischen 2005 und 2014, noch am Mittwoch dürfte diese Zahl übertroffen werden.

Die Klimaexperten der ZAMG sehen vor allem drei Faktoren, die in diesem extrem heißen Sommer zusammenspielen: Erstens ist durch die Klimaerwärmung der vergangenen Jahrzehnte das Temperaturniveau deutlich höher als früher. Zweitens liegt heuer der sehr sonnige und heiße Bereich des subtropischen Hochdruckgürtels weiter im Norden als in durchschnittlichen Jahren. Drittens sind die Böden in Süd- und Mitteleuropa heuer extrem trocken, wodurch der kühlende Effekt durch Verdunstung entfällt und sich auch weniger Gewitter bilden.

Wetter bleibt in den nächsten Tagen hochsommerlich
Auch in Österreich ist eine Abkühlung vorerst nicht in Sicht, das Wetter bleibt in den nächsten Tagen hochsommerlich. Im Großteil des Landes liegen die Höchstwerte dabei zwischen 30 und 38 Grad, wobei es im Osten am heißesten wird. Einige Regenschauer und Gewitter bilden sich in den nächsten Tagen am ehesten in der Westhälfte Österreichs. Erste Signale für ein Ende der Hitzewelle zeigen die Vorhersagemodelle der ZAMG für den Beginn der nächsten Woche.

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