Mo, 11. Dezember 2017

Paragleiterunfall

12.08.2015 09:54

Stützpunkt Vomp als Lebensretter

Für Gänsehaut sorgt das Schicksal von Heinz Erharter. Am 1. Mai 1988 verunglückte er mit dem Paragleiter, der Stützpunkt Vomp rettete ihn.

Es war ein Tag wie viele andere auch. Eine Gruppe leidenschaftlicher Paragleiter machte sich auf den Weg zum Hafelekar. Frei wie ein Vogel wollte jeder einzelne von ihnen sein – so auch Heinz Erharter. "Der Flughafen Innsbruck hatte uns zwar die Start-Erlaubnis erteilt, der Wind war aber zu stark", erzählt der 60-Jährige. Nach dreistündiger Wartezeit gaben sie es auf. Während seine Kollegen die Seilbahn nahmen, ging Erharter zu Fuß. "Ich hoffte, doch noch ins Tal fliegen zu können." Gesagt, getan: Rund 1000 Meter unterhalb der Bergstation war es fast windstill und er entschloss sich, ins Tal zu fliegen – eine verhängnisvolle Entscheidung.

In die Felsen gekracht

"Die ersten Minuten waren noch ideal, doch von jetzt auf gleich schoss mein Schirm rechts herunter und kurz darauf raste ich mit einer enormen Geschwindigkeit die gesamte Nordkette hinauf", schildert er. Der Schirm stieg kontinuierlich weiter, Erharter kam Schritt für Schritt den Felsen näher und krachte schließlich hinein. "Ich bekam alles mit. Mein Becken brach mehrmals und meine linke Ferse krachte in meine linke Schulter. Schmerzwellen machten mich wahnsinnig."

In den Tiefschnell geknallt

Doch der Höllenritt war noch nicht zu Ende. Der Wind schoss ein zweites Mal in den Paragleiter. "Die Seile drehten sich aus, es hat mich Dutzende Male überschlagen und weggefetzt", so der Innsbrucker. Rund 300 Meter schleuderte es ihn über das Hafelekar hinweg in Richtung Karwendel, wo er mit voller Wucht in den Tiefschnee knallte. Doch das Unfassbare geschah: "Ich lebte noch! Plötzlich sah ich einen Hubschrauber, ein Notarzt kam auf mich zu. Was für ein Glück." Segelflieger beobachteten den Unfall und schlugen sofort Alarm. Da der Rettungshubschrauber Christophorus im Einsatz war, verständigten sie den Stützpunkt in Vomp."Das war meine Rettung."

"Ich kämpfe für Vomp"

Als er kürzlich von der geplanten Schließung dieses Hubschrauberstützpunktes erfuhr, verschlug es ihm die Sprache. "Ich war fassungslos, komplett außer mir. Ohne ihn wäre ich definitiv drauf gegangen. Was mir passierte, kann auch vielen anderen passieren."

"Leere Versprechungen"

Es ist die Art und Weise des Verteidigungsministers Klug, die ihn auf die Palme bringt: "Für jede lächerliche Kleinigkeit ist genügend Geld vorhanden, doch handelt es sich um etwas Lebenswichtiges, kümmert es ihn nicht", stellt er fest. Auch das Vertrauen in LH Günther Platter hat er komplett verloren: "Von ihm kommen überwiegend leere Versprechungen", ist Erharter bitter enttäuscht. Fakt ist: "Wir brauchen den Stützpunkt in Vomp und daher müssen wir kämpfen", appelliert Erharter an jeden einzelnen.

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