Do, 14. Dezember 2017

Kritik an Ermordung

12.08.2015 09:26

"Entsetzlich": Taliban finden den IS zu brutal

Der Islamische Staat hat afghanische Gefangene mit Sprengstoff in die Luft gejagt und ein Video davon im Internet veröffentlicht. Das geht allerdings selbst der radikalislamischen Konkurrenz zu weit: Die Taliban werfen den rivalisierenden Dschihadisten Barbarei vor. Das Video sei "entsetzlich", Gefangene dürften niemals so behandelt werden, erklärten die Taliban in einer Mitteilung. Dieses und andere Verbrechen des IS würden unter dem Deckmantel des Islam begangen, so der Vorwurf.

"Es wurde ein entsetzliches Video veröffentlicht, das zeigt, wie IS-Geiselnehmer mehrere weißbärtige Stammesälteste und Dorfbewohner mit Sprengstoff töten", hieß es in der Mitteilung. "Diese Verbrechen und andere brutale Akte von einigen unverantwortlichen und ignoranten Individuen unter dem Banner des Islam sind nicht hinnehmbar."

IS wirbt Taliban-Kämpfer ab
Die Aufnahmen entstanden offenbar bereits im Juni in Ostafghanistan. Die beiden Gruppen kämpfen am Hindukusch um die Vorherrschaft. Extremisten mit Verbindungen zum IS ist es gelungen, mit ihrem noch radikaleren Kurs Kämpfer und Unterstützer von den Taliban abzuwerben.

Auch den Taliban, die wegen des vor Kurzem verkündeten Todes ihres Anführers Mullah Omar als geschwächt gelten, wird immer wieder vorgeworfen, mit großer Brutalität vorzugehen. So töteten sie erst am Wochenende eine 27-jährige Frau nach einem Schauprozess, weil sie eine außereheliche Beziehung geführt haben soll. Die dreifache Mutter wurde vor ihrem Ehemann, ihrer Familie und anderen Dorfbewohnern hingerichtet.

Innere Konflikte seit Führungswechsel
Seit Anfang August überziehen die Taliban Afghanistan mit einer neuen Welle der Gewalt. Allerdings zeigen sich seit dem Führungswechsel Anzeichen innerer Konflikte. So verweigert die Familie des bisherigen Chefs Mullah Omar dem neuen Anführer Akhtar Mohammad Mansour die Gefolgschaft und begründet dies mit Differenzen. Experten zufolge könnten der Machtkampf innerhalb der Taliban und der Streit über Friedensgespräche mit der Regierung in Kabul möglicherweise eine Rolle bei der jüngsten Gewalt spielen.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden