Mo, 11. Dezember 2017

Traktor-Diebstahl

10.08.2015 22:01

Staat zahlte nur 3.500 Euro

"Krone"-Leser kennen diese endlos skurrile Geschichte: Dem Lungauer Franz Schiefer wurde von zwei Rumänen der Traktor gestohlen, nach einer Nacht in Haft ließ die Staatsanwaltschaft das Duo mit der Beute laufen. Schiefer verklagte die Republik auf 18.000 Euro, doch überwiesen wurden nun lediglich 3.500 Euro.

Zur Vorgeschichte: Die Rumänen, die als Holzknechte in Ramingstein arbeiteten, hatten das Gefährt vom Grund von Franz Schiefer (60) aus St. Michael gestohlen. Schiefer erstattete sofort Anzeige, als zwei Tage später Polizisten einen Jeep mit Anhänger und rumänischen Kennzeichen stoppten. Im Anhänger befanden sich Schiefers Traktorteile und diverses Metall: "Das Führerhaus lag ohne Scheiben im Anhänger. Von der Motorhaube haben sie das Typenschild runtergeschraubt", erinnert sich der Lungauer. Die Ausrede der Täter folgte damals prompt: Das Duo behauptete, es hätte den Traktor vor fünf Jahren in Italien gekauft. Nach kurzer Haft entschied eine Staatsanwältin, die beiden wegen zu wenig Beweisen laufen zu lassen, außerdem könne man das Verfahren auch EU-bedingt über Rumänien führen. Das Duo durfte problemlos mit der Beute nach Rumänien fahren. Beschlagnahmt wurde nicht ein einziges Teil des Traktors.

Die zuständige Staatsanwältin holte sich zwar noch eine Rüge - wegen "Kommunikationsproblemen" zwischen Justiz und Polizei ab, Schiefer blieb aber auf dem vollen Schaden von 18.000 Euro sitzen. Er verklagt die Republik deswegen auf Schadenersatz und bekam nun Recht: "Doch der Witz daran ist, dass mir nur 3.500 Euro für einige Teile überwiesen worden sind. Allein diese Teile sind laut Preisliste 9.000 Euro wert. Es ist einfach nur mehr unglaublich, ich bin im falschen Film."

Salzburger übergaben den Fall an Rumänien
Ein Schreiben der Staatsanwaltschaft ist für Schiefer noch die Krönung des ganzen Theaters: Die Salzburger Behörden brachen die Ermittlungen ab und übergaben sie an die rumänische Justiz: "Wenn da nur jemals irgendwas heraus kommt", ärgert sich Schiefer. Aufgeben will der Mann ohne Traktor aber nicht: Er fordert per Anwalt zumindest die 9.000 Euro für die Ersatzteile zurück. Im Winter muss er schließlich wieder seine Eisbahn wie jedes Jahr her richten.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden