So, 17. Dezember 2017

Nach Fukushima

11.08.2015 07:04

Japan fuhr erstmals wieder Atomreaktor hoch

Japan ist zur Atomkraft zurückgekehrt. Erstmals seit der Katastrophe von Fukushima vor gut vier Jahren hat die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt wieder einen Reaktor angefahren. Trotz breiten Widerstands in der Bevölkerung schaltete der Betreiberkonzern Kyushu Electric Power den Block 1 des Atomkraftwerks Sendai in der südwestlichen Provinz Kagoshima am Dienstag wie geplant ein.

Das Atomkraftwerk Sendai war das erste AKW, das im vergangenen September die nach der Fukushima-Katastrophe in Japan eingeführten neuen Sicherheitsauflagen erfüllt hatte. Die Regierung spricht von den "strengsten Sicherheitsvorschriften der Welt".

Block 1 im AKW Sendai soll am Freitag wieder Strom produzieren und Anfang September den kommerziellen Betrieb voll aufnehmen. Bis zuletzt hatten Bürger vor Gericht versucht, dies zu stoppen. Als Konsequenz aus der Katastrophe in Fukushima vom 11. März 2011 standen seit rund zwei Jahren alle 48 Reaktoren in Japan still. Die Betreiberkonzerne decken den Strombedarf ersatzweise mit Wärmekraftwerken, wofür die rohstoffarme Inselnation teures Öl und Gas importieren muss. Die Regierung des rechtskonservativen Ministerpräsidenten Shinzo Abe rechtfertigt das Wiederanfahren von Reaktoren dementsprechend mit vornehmlich wirtschaftlichen Gründen.

AKW Sendai nur 30 Kilometer von Vulkan entfernt
Atomkraftgegner werfen dem Betreiber und den Behörden vor, sie hätten unklar gelassen, wie sie im Falle eines ähnlichen Unfalls wie in Fukushima schnell Zehntausende Bewohner in Sicherheit bringen würden. Rund 220.000 Menschen leben innerhalb von 30 Kilometern um das AKW. Das AKW Sendai liegt nur 50 Kilometer vom Vulkan Sakurajima entfernt, einem der aktivsten Vulkane des fernöstlichen Landes. Japan ist zudem eines der am stärksten von Erdbeben gefährdeten Länder der Welt.

Im März 2011 hatten ein Erdbeben der Stärke 9,0 und ein anschließender gewaltiger Tsunami den Nordosten des Landes verwüstet. Rund 18.500 Menschen starben. Im AKW Fukushima kam es zu Kernschmelzen.

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