Mi, 13. Dezember 2017

Brutale Vorbereitung

09.08.2015 18:45

Vienna Capitals: Und täglich grüßt der Höllentrip

Denn sie wissen genau, was sie tun und leiden! Die "Krone" war bei der brutalen Vorbereitung der Vienna Capitals mittendrin, aber zum Glück nur passiv dabei.

Die Luft steht. Bei der Affenhitze logisch. Es ist ein beißender Geruch. Von Schlitt- und Handschuhen auf den Trockenstäben abgesondert. "Männerschweiß halt", grinst Phil Lakos, der kurz nach 8 Uhr als Erster in die penibelst aufgeräumte Caps-Kabine kommt.

Dann trudelt der Rest ein. Motorisiert oder zu Fuß. Flip-Flops, kurze Hose, Baseball-Kappe. Leger. Und müde. "Zach ist’s schon, aber das gehört dazu, ist wichtig", stöhnen die Cracks vor ihrem täglichen Höllentrip unisono, den Kondi-Coach DeBuigne um 9 Uhr eröffnet.

Ab in die Kraftkammer: Kreuzheben, Squads, Sprünge, olympisches Gewichtheben. Jeder Tag ein anderer Zirkel für Schnell- und Maximalkraft. Und natürlich zur Stabilisation. Dabei ist Konzentration gefragt. Keiner spricht. Außer DeBuigne. Vor dem 32-jährigen Sportwissenschafter spuren auch die routinierten Cracks. "Er weiß genau, was er tut", nickt Kapitän Ferland, der dann ab 10.20 Uhr aufs Eis darf. Oder muss.

"Da sind die Beine blau"
Jetzt übernimmt Boni. Zwar mit Puck, aber kein statisches Taktiktraining, alles in vollem Tempo. Mit dem "Backskate" als brutalem Finale. Viermal 40 Sekunden im Kreis sprinten. "Das ist das Schlimmste", keucht Lakos. Auch Strahlemann Rotter grinst nicht mehr. "Da  sind die Beine blau", so Klimbacher.

Weshalb sich nach den 70 Eis-Minuten alle auf die Wassermelonen und Müsli-Riegel in der Kabine stürzen. Auch Protein-Pulver steht bereit. Ein kurzer Happen, umziehen, ab aufs Rad.  Spätestens jetzt hat die "Krone" als passiver Beobachter erstmals Mitleid. "Aber ich darf mich nicht einlullen lassen", sagt DeBuigne. "Wenn ich der Freund der Spieler bin, wäre ich der falsche Mann." Dann dreht er die Musik auf, treten Ferland und Co. beim Spinning in die Pedale. "Fürs Herzkreislauf-System", begründet De-Buigne.

Sprinten in der prallen Sonne
Die Jungen Peter und Co. sprinten – weil nur 20 Ergometer vorhanden sind – zeitgleich auf dem Parkplatz vor der Halle. In der prallen Sonne. Auch kein Spaß. Weshalb Masseur Frizel  alle Hände voll zu tun hat. Vor allem an den Adduktoren. Zwar kamen alle Cracks fit aus dem Urlaub retour, "aber Eislaufen ist halt doch eine andere Bewegung", nimmt da Boni  bei der Belastung Rücksicht.

In der Mittagspause essen viele Spieler dann gemeinsam im "Overtime". "Allein am Vormittag hat jeder schon rund 3000 Kalorien verbraucht", schätzt DeBuigne. Und da ist der Höllentrip noch nicht vorbei. Viermal pro Woche wartet  noch eine zweite Eis-Einheit. Dann zwar Taktik, System – aber auch keine Erholung.

Die bietet derzeit nur der Sprung in die Eistonne. Der warme Whirlpool wird  gemieden. Nicht bei der Hitze. Und es wird nicht besser. Denn Boni wird auch vor der CHL nicht die Intensität reduzieren: "Es wird noch härter. Jetzt legen wir die Basis für die ganze Saison." Und die EBEL beginnt erst am 11. September. Das wird ein langer Monat...

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