Sa, 25. November 2017

Förder-Dschungel

08.08.2015 16:05

550.000 Euro Steuergeld für „Fünfer“ Pichowetz

Mit 227 Millionen Euro subventioniert die Stadt Wien Künstler, Theater und Vereine - das sind 622.000 Euro pro Tag. Und laut Kunstbericht der Magistratsabteilung 7 hat der "5er" alias Gerald Pichowetz für sein Gloria Theater im Jahr 2014 erneut 550.000 Euro Steuergeld erhalten. Spenden gab's auch für den "Langhalslauten-Verein" oder den "Klub polnischer Intellektueller".

"Den offiziellen Kunstbericht 2014 müssen Sie sich genauer ansehen", riet jetzt ein Rathaus-Insider der "Krone". Tatsächlich finden sich unter der Rubrik "Förderungen in Zahlen" eine ganze Menge interessante Steuergeld-Empfänger: So hat der bereits deutlichst vom Stadtrechnungshof - wir berichteten - für seine Theater-Buchhaltung gerügte Gloria-Chef Gerald Pichowetz auch im Vorjahr wiederum 550.000 Euro an Kulturförderung kassiert, in zehn Jahren vermutlich mehr als fünf Millionen Euro.

Hunderte Förderungen von 1000 bis 80.000 Euro
Diese hohe Subvention wird vermutlich durch die 1a-Qualität dieses Schauspielhauses zu argumentieren sein - und hat natürlich nichts damit zu tun, dass sich Pichowetz immer wieder bei diversen SPÖ-Personenkomitees engagiert. Zuletzt warb der Direktor des Floridsdorfer Theaters für die Wahl des EU-Abgeordneten Eugen Freund.

Auch die 150.000-Euro-Subvention (2014) für den Lustspielhaus-Macher Adi Hirschal war sicher eine rein sachlich-künstlerische Entscheidung. "Dass er mit seiner Präsenz bei sämtlichen SPÖ-Veranstaltungen die Subventionsvergabe der MA 7 beeinflussen könnte, ist nur ein böses Gerücht", sagt der "Krone"-Informant.

Und er markiert noch weitere Stellen im Kunstbericht mit gelbem Leuchtstift:

  • 1500 € Steuergeld gab's 2014 für den "Anatolischen Langhalslauten-Verein".
  • 4000 € für den "Klub polnischer Intellektueller".
  • 5000 € wurden an den "Verein Afghanische Kultur in Österreich" überwiesen.
  • 1000 € erhielt "Origami, Papierfalten für alle".
  • 1000 € Steuergeld gab's auch für das "Österreichische Autoren-Fußballteam".
  • 6000 € für den "Verein zur Förderung des Gedankenguts Atatürks".
  • 4500 € wurden an den "Verein zur Förderung Indischer Musik" ausbezahlt.
  • Und auch der ORF profitiert von der Kunstförderung: 60.000 Euro zahlte die Stadt an die Produktionsfirma der 6. Staffel der Kochsendung "Aufgetischt".
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