Mo, 20. November 2017

Legende im Interview

08.08.2015 13:08

Popow: „Es geht nicht um Schönheit im Becken“

"Zar" Alexander Popow, der berühmteste Kraulsprinter aller Zeiten, sprach mit der "Kronen Zeitung" am Rande der WM in der Kasan Arena über die Titelkämpfe in einem Fußball-Stadion, den Stellenwert des Schwimmens in Russland, über die Abstinenz von Micheal Phelps und über Beautys im Becken. Der viermalige Olympiasieger, sechsmalige Weltmeister und 22-fache Europameister: "Schwimmen ist kein Laufsteg! Mir geht es um Leistungen und packende Rennen, die alle im Stadion elektrisieren!"

"Krone": Wie gefällt dir die WM in Kasan?
Alexander Popow: Es ist super, in einem Fußball-Stadion zu sein. Es ist immer gut, etwas Neues zu machen. Die Athleten haben hier sehr gute Bedingungen, alle sind happy! In Rio sind Aufwärm- und Wettkampfbecken  auch so dicht beieinander, daher ist diese WM auch ein guter Test für Olympia!

"Krone": Kasan selbst?
Popow: Russland kann immer zeigen, dass es neben Moskau und St. Petersburg viele andere schöne Städte hat, die sich für den Sport begeistern. Der Bürgermeister von Kasan macht für den Sport immer einen großen Job!

"Krone": Und die WM ist sensationell gut besucht!
Popow: Schwimmen hat einen hohen Stellenwert  bei uns, ob in Moskau, Kasan oder in Sibirien, die Menschen gehen schwimmen, auch im Winter, aus Spaß und wegen der Fitness.  Schwimmen ist Nummer drei hinter Fußball und Skilanglauf. Aber Fußball ist eigentlich kein Sport, sondern ein Event!

"Krone": Was sagst du zu den Leistungen von Katie Ledecky, die schon viermal Gold gewonnen hat?
Popow: Sie ist ganz hervorragend, macht einen Super-Job! Aber außer ihr haben die anderen US-Amerikaner hier alle Probleme. Ich wundere mich, dass sie diesmal keine WM-Trials gemacht haben. Damit sind sie sonst gut gefahren. Aber das ihre Sache! International gesehen, haben die USA nicht ihr bestes Jahr.

"Krone": Und fehlt dir Michael Phelps, der in San Antonio über 200 m Delphin n 1:52,94 schneller war als  Weltmeister Laszlo Cseh?
Popow: Er wäre eine tolle Bereicherung gewesen. Aber das war nicht unsere Entscheidung!

"Krone": Schon zehn Weltrekorde. Hast du so viele erwartet?
Popow: Nein! Aber das ist gut für unseren Sport. Jeder Athlet hat das Ziel, Weltrekord zu schwimmen. Und das Pool ist auch sehr schnell!

"Krone": Du warst berühmt für deinen eleganten Schwimmstil. Wie siehst du heute  die Konkurrenz?
Popow: Schwimmen ist individuell. Ich hatte vor 20 Jahren meine Technik. Die Jungs heute sind anders, ihre Technik müssen wir akzeptieren.

"Krone": Gefällt es dir?
Popow: Es um Effizienz. Auch bei den Damen geht es nicht um Schönheit – der Schwimmsport findet nicht auf dem Laufsteg statt!

"Krone": Gibt es eine Schwimmerin, die beides hat – Schönheit und Effezienz?
Popow: Danach schaue ich nicht. Was mit gefällt sind gute Resultate, spannende Rennen, die diese elektrisierende Atmosphäre im Stadion auslösen.

"Krone": Schwimmen manche wie Katinka Hosszu nicht zu viele Strecken?
Popow: Ja, es geht nicht um Quantität, sondern um Qualität.  Wie bei mir früher, ich bin nie etwas anderes außer den 50 m und 100 m geschwommen. 200 m wäre mir schon zu schmerzhaft gewesen!

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