Mi, 13. Dezember 2017

Für 250 Flüchtlinge

08.08.2015 11:47

Noch eine Zeltstadt in Kaserne

In Salzburg fordern alle, dass die unwürdige Zeltstadt für Flüchtlinge an der Alpenstraße endlich aufgelöst wird. Das wird erst im Spätherbst passieren - und nun entsteht wie zum Hohn noch eine zweite Zeltstadt in der Schwarzenbergkaserne von Wals-Siezenheim.

Mit dieser Meldung überrumpelte Innenministerin Johanna Mikl-Leitner Freitag am späten Nachmittag Landeshauptmann Wilfried Haslauer und die zuständige Landesrätin Martina Berthold. Die Zustimmung von Verteidigungsminister Gerald Klug für diese Maßnahme hat die Innenministerin schon. Bereits ab Samstag lässt das Ministerium 250 Flüchtlinge aus dem heillos überfüllten Erstaufnahmezentrum Traiskirchen nach Wals bringen. Dort dürften einige Soldaten des Bundesheeres bei der Aufstellung der Zelte helfen - auch das gilt dann als "Assistenzeinsatz". Die Zelte sollen im südlichen Teil der Kaserne aufgestellt werden. Das Ministerium will diese provisorischen Unterkünfte so schnell wie möglich durch Container ersetzen - doch das wird einige Wochen dauern, weil die nötigen Anschlüsse für Strom und Sanitäranlagen zuerst noch verlegt werden müssen.

"Auch in den Zelten wird es jetzt glühend heiß"
Als Begründung, weshalb so rasch die Zeltstadt in der Kaserne eingerichtet wird, heißt es aus Wien: In Traiskirchen seien die Zustände für Frauen und Kinder gerade bei der Hitzewelle nicht zumutbar. "Als ob es in den Zelten in der Kaserne kühler wäre, die noch dazu auf einem geschotterten Platz stehen, wo es glühend heiß wird", hält Wals dagegen.

Zeltstadt soll nur ein Übergangsquartier sein
Dem Walser Bürgermeister Joachim Maislinger sicherte Mikl-Leitner zu, die Kaserne solle nur Übergangsquartier sein. "Wir haben schon 44 Flüchtlinge, mit den 250 dazu kommt Wals auf eine Quote von weit über 2 Prozent. Das ist deutlich mehr als die 150, die per Handschlag ausgemacht waren", erklärt Maislinger, der erst Freitagabend über die Zeltstadt informiert wurde. Auch Landeschef Haslauer war sprachlos: "Wir dachten, dass wir bis Ende August Ruhe haben vor Überraschungen in Asylfragen, weil wir die Quote für Quartiere voll erfüllen." Im Büro Berthold heißt es: "Da überfährt der Bund Gemeinde und Land, die versprochene Abstimmung gibt es nicht."

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