Do, 14. Dezember 2017

Terroranschlag

08.08.2015 14:32

Mali: Zwölf Tote nach Geiselnahme in Hotel

In Mali ist es in der Nacht auf Samstag zu einer Geiselnahme in einem Hotel gekommen, die am frühen Morgen schließlich von der Armee beendet wurde. Die islamistischen Attentäter hatten am Freitag zunächst einen Militärstützpunkt angegriffen und sich dann im Hotel "Byblos" verschanzt. Bei dem Überfall sowie den Gefechten zwischen Armee und Angreifern wurden nach Angaben der malischen Regierung insgesamt zwölf Menschen getötet.

Vier Geiseln seien frei, fünf Angreifer seien bei dem Einsatz in der Stadt Sevare im Osten von Mali getötet worden, sagte ein an dem Einsatz beteiligter Polizist am Samstag. Eine Sprecherin der Vereinten Nationen sagte, es handle sich bei den befreiten Geisel um zwei Südafrikaner, einen Russen und eine Ukrainer, die für die UN gearbeitet hätten. Bei dem Überfall wurden nach Angaben der malischen Regierung insgesamt zwölf Menschen getötet. Es seien fünf Soldaten, vier Extremisten und drei Geiseln, sagte ein Regierungssprecher. Die Nationalität der Opfer sei noch nicht klar.

Der blutige Angriff begann bereits in den frühen Morgenstunden des Freitags, als die Täter versuchten, einen Militärstützpunkt zu stürmen, wie die UN-Mission in Mali (MINUSMA) mitteilte. Als die Soldaten das Feuer erwiderten, fohlen die Angreifer und stürmten mindestens drei von Ausländern frequentierte Hotels in Sevare - darunter auch das Hotel "Byblos", welches von MINUSMA-Mitarbeitern genutzt wird.

Dort verschanzten sie sich mit mehreren Geiseln. Nach Einschätzung von Soldaten und Einwohnern war dies womöglich auch ein Versuch, westliche Hotelgäste zu entführen. Bei den anschließenden Gefechten zwischen den Attentätern und der Armee wurden sieben Menschen getötet worden. Am Samstagmorgen erklärte das Militär den Einsatz schließlich für "beendet".

Dritter Anschlag binnen weniger Tage
Zunächst bekannte sich niemand zu dem Angriff in Sevare, dem dritten Anschlag in Mali binnen weniger Tage. Am Montag waren bei einem Angriff islamistischer Rebellen auf ein Militärlager nahe Timbuktu elf Soldaten getötet worden. Zwei Tage zuvor gerieten Soldaten bei Nampala im Zentrum des Landes in einen Hinterhalt, zwei von ihnen wurden getötet.

Im Frühjahr 2012 hatten Tuareg-Rebellen und islamistische Milizen das Machtvakuum nach einem Militärputsch in Bamako genutzt, um weite Gebiete im Norden des Landes unter ihre Kontrolle zu bringen. Als die Islamisten Anfang 2013 weiter nach Süden vordrangen, griff die französische Armee ein. Binnen weniger Wochen wurden die Islamisten aus den Städten vertrieben. Doch die Milizen bleiben aktiv und verüben regelmäßig Anschläge auf Soldaten und Polizisten.

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