Di, 12. Dezember 2017

Schneckerls Jubiläum

08.08.2015 07:45

Prohaska wird 60: Der große Geburtstags-Talk

Alles Gute zum Geburtstag. Er ist Jahrhundert-Fußballer, führte Österreich als Teamchef zu der WM nach Frankreich 1998 und erreichte als "Krone"-Kolumnist und als TV-Experte Kultstatus. Herbert Prohaska feiert heute seinen 60. Geburtstag: Im Interview mit der "Krone" plaudert "Schneckerl" über Glatzen, Gesangseinlagen beim Autofahren und eine Karriere bei den "Alltagsgeschichten". Es war ein besonderer Talk, denn Kabarettist und "Krone"-Reporter Peter Moizi (Comedy Hirten, "Dr. Schneckerl") hatte die Ehre, den echten "Schneckerl" zu befragen.

"Krone": Champagner oder Sekt – wie wirst du feiern?
Prohaska: Fehlanzeige! Zum Aufwärmen trink ich ein Bier, dann Weiß- und zum Schluss Rotwein. Wenn es mir dann halt noch halbwegs gut geht.

Große Party?
Prohaska: Nein, die hatte ich zum 50er. Zum 60er gehen wir mit der Familie zum Heurigen, auch ein paar Freunde sind dabei.

In deiner Zeit als Fußballer warst du für deine Lockenpracht berühmt, jetzt werden die Haare langsam grau. Ist Färben für dich ein Thema?
Prohaska: Schwachsinn, das brauch ich nicht. Die Haare werden immer weniger. Bald hab ich sowieso eine Glatze.

Bist du eitel?
Prohaska: Nicht wirklich. Ich stelle mich nur täglich auf die Waage. Und dann entscheide ich, ob ich an diesem Tag ganz normal oder nur sehr wenig essen darf.

Hast du Angst vor dem Altwerden?
Prohaska: Nein, dafür bin ich zu sehr Realist. Je älter man wird, desto schneller vergeht die Zeit. Im Kopf muss man jung bleiben, sich immer das Jugendliche bewahren. Und das gelingt mir!

Fühlst du dich wie ein 60-Jähriger?
Prohaska: Ich fühle mich wie 60, aber nicht alt. Beim Sport merk ich halt schnell, dass nach ein paar Minuten die Luft wegbleibt.

Bist du noch immer ein guter Kicker?
Prohaska: Leider nicht. Die Beweglichkeit und die Schnelligkeit sind nicht mehr da. Was man im Kopf möchte, funktioniert nicht mehr.

Als Teenager hast du Mechaniker gelernt: Könntest du noch Autos reparieren?
Prohaska: Ich kann nur tanken. Die Autos, mit denen ich damals gearbeitet habe, stehen heute alle im Museum.

Welchen Luxus gönnst du dir zum 60er?
Prohaska: Ich will nur Schmähführen mit Freunden und eine glückliche Runde um mich haben – das ist  für mich der schönste Luxus.

Das hört sich sehr bescheiden an.
Prohaska: Ich bin in armen Verhältnissen aufgewachsen. Bis ich 12 war, hab ich immer zwischen meinen Eltern geschlafen. Damals war mein erstes eigenes Bett für mich der schönste Luxus.  Auch deshalb  schätze ich meine Karriere sehr: Als Fußballer durfte ich ein privilegiertes Leben führen.

Welches Geburtstagsgeschenk hat dich in deinem Leben am meisten beeindruckt?
Prohaska: Als ich ein kleines Kind war, hat  mich mein Opa einmal in den Prater eingeladen. Meine erste Fahrt mit dem Ringelspiel werde ich nie vergessen.

Privat erzählst du deine Geschichten pointiert und im Wiener Dialekt: Warum hört man das  nicht bei den TV-Analysen?
Prohaska: Weil mich sonst die Elizabeth T. Spira in ihre ,Alltagsgeschichten‘ einladen würde. Die Fußball-Analysen müssen ernster sein.

Als Mitglied der Kabarett-Gruppe Comedy Hirten parodiere ich dich seit über 15 Jahren und im Ö3-Wecker als Doktor Schneckerl: Ärgert dich das?
Prohaska: Parodiert zu werden ist eine Auszeichnung. Ich will nur nicht, dass meine Familie und Freunde als Proleten hingestellt werden.

Ein kleiner "Angriffspunkt" ist, dass du öfter den dritten mit dem vierten Fall verwechselst.
Prohaska: Ich bin ja kein Hochschulprofessor, sondern ehemaliger Fußballer und Trainer. Früher hat man eben meist frei von der Leber weg geredet.

Gut, dann hier der Test: Ich schieße den Ball ins Tor. Oder: Ich schieße dem Ball ins Tor?
Prohaska: Das schaff ich gerade noch: Ich schieß den Ball ins Netz eine.

Deine heimliche Leidenschaft ist das Singen.
Prohaska: Das taugt mir! Ich singe auf der Bühne, daheim und sogar beim Autofahren. Nur bei einer roten Ampel nicht. Sonst zeigen mir die Leute den Vogel.

Du wirst in Österreich überall erkannt. Ist das mühsam?
Prohaska: Nein, ich nehme mir für alle Autogramme und Fotos Zeit. Ich hab auch immer meinen Spielern gesagt: ,Seid stolz, dass euch die Fans erkennen. Und seid dankbar für euren Job!‘

Viele werden dir zum 60er gratulieren, aber nicht per E-Mail.
Prohaska: Richtig! Ich hab keine Mail-Adresse, die technische Entwicklung wird mir zu viel. Meine Freunde sollen mich lieber persönlich anrufen.“

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