Mo, 23. Oktober 2017

Fallen aufgestellt

06.08.2015 14:51

Grauwolf „Fritzi“ tut sich an Zuchthühnern gütlich

Seit rund zwei Wochen genießt Grauwolf "Fritzi" seine Freiheit in vollen Zügen, nachdem er im Zuge eines Unwetters aus seinem Gehege im Tierpark Mautern in der Obersteiermark entkommen konnte. Seither wird das stattliche Tier zwar immer wieder gesichtet, doch so einfach einfangen lässt sich der kluge Vierbeiner nicht. Fünf Fallen mit frischem Rindfleisch sollten ihn eigentlich bezirzen, doch Fritzi schlägt sich lieber mit wohlgenährten Zuchthühnern den Bauch voll.

Vier Käfige und eine sogenannte Rohrfalle wurden mittlerweile auf dem Gelände des Unternehmers und Hühnerzüchters Toni Hubmann aufgestellt, denn dort dürfte der Grauwolf sein neues Revier gefunden haben - kein Wunder, herrschen dort immerhin Gegebenheiten wie im Schlaraffenland: Eine Vielzahl an gemästetem Federvieh tummelt sich Tag für Tag auf den Wiesen des Unternehmers.

Doch selbst bei der großen Auswahl an appetitlichen Happen gibt sich Isegrim wählerisch: "Die weißen Hühner frisst er so gut wie ganz auf, bei den braunen Pieperl lässt er manche Teile über", berichtete Bürgermeister Erwin Hinterdorfer am Donnerstag. Rund ein Dutzend Hühner hätten schon den Weg in Fritzis Magen gefunden.

Faible für weiße Hühner
Familie Hubmann selbst bleibt noch gelassen - bei den insgesamt 10.000 bis 12.000 Hühnern falle die Zahl der gerissenen Tiere bislang nicht ins Gewicht -, aber auch hier ist die Hoffnung groß, dass Fritzi bald gefangen wird. Warum der Wolf am liebsten die weißen Hühner hat, konnten die Züchter rasch erklären: "Das sind jene von unserer Zweinutzungsrasse. Da werden auch die Hähne gemästet, darum sind auch die Hühner fetter als bei der braunen Rasse."

Wenig verwunderlich bei solch einem köstlichen Angebot ist, dass Fritzi das Fleisch in den Fallen bislang kaum eines Blickes gewürdigt hat. Lediglich ein Stück wurde bislang zaghaft angeknabbert, dabei könnte es sich jedoch auch um das Werk eines Fuchses gehandelt haben, so Bürgermeister Hinterhofer. In der Nacht auf Donnerstag habe sich auch der Tierarzt mit einem Narkosegewehr auf die Lauer gelegt, aber ohne Erfolg. Da der Wolf offenbar gerne in der Früh frisst, dürfte er nachts ruhen, mutmaßte Hinterdorfer.

Fritzi war vor etwa zwei Wochen im Zuge eines Unwetters aus dem Gehege entwischt. Der Regen hatte die Bodenplatten, die ein Hinausgraben der Tiere verhindern sollen, unterspült. Der Wolf nutzte ein Loch und entkam.

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