Mo, 18. Dezember 2017

70. Jahrestag

06.08.2015 07:01

Japan: Gedenken an Atombombenangriff auf Hiroshima

Japan hat am Donnerstag des 70. Jahrestags des Atombombenabwurfs der USA auf Hiroshima gedacht. Um 8.15 Uhr Ortszeit (1.15 Uhr MESZ) versammelten sich Regierungschef Shinzo Abe, ausländische Abgesandte wie die US-Botschafterin Caroline Kennedy und Zehntausende weitere Menschen zu einer Schweigeminute im Friedensdenkmal-Park der Stadt.

Um diese Uhrzeit hatte am 6. August 1945 eine US-Atombombe Hiroshima in ein Inferno verwandelt. Rund 140.000 Menschen starben sofort oder in den folgenden Monaten. An der jährlichen zentralen Gedenkveranstaltung nahmen auch Abgesandte aus 100 Ländern teil - so viele wie nie zuvor. Hiroshimas Bürgermeister Kazumi Matsui verdammte während der Gedenkzeremonie Atomwaffen: "Um zu koexistieren, müssen wir das absolut Böse und die endgültige Unmenschlichkeit abschaffen, die Atomwaffen darstellen." Die internationale Gemeinschaft müsse jetzt handeln, forderte Matsui.

Drei Tage nach dem Angriff auf Hiroshima hatte die US-Armee eine zweite Atombombe über der japanischen Stadt Nagasaki abgeworfen, die weitere 70.000 Zivilisten tötete. Bis heute leiden Tausende Menschen unter den Spätfolgen der nuklearen Verseuchung.

Atombombenangriffe bis heute umstritten
Die Atombombenangriffe sind bis heute umstritten. Die meisten US-Bürger finden sie nach wie vor gerechtfertigt. Viele Historiker halten den Einsatz hingegen für nicht kriegsentscheidend, obwohl Japans Kapitulation am 15. August folgte. Japan hatte im Zweiten Weltkrieg zusammen mit Hitler-Deutschland gegen die Sowjetunion und deren westliche Verbündete gekämpft. Nach dem Krieg wurde das Land zu einem wichtigen Partner der USA, die sich nie offiziell für die Atombombenangriffe entschuldigten.

Kurz vor dem 70. Jahrestag des Atombombenabwurfs hatte Abes Regierung eine Sicherheitsreform auf den Weg gebracht, die Japan erstmals Militäreinsätze an der Seite der USA im Ausland erlaubt. Die USA mit ihrem atomaren Schutzschild sind heute der wichtigste Sicherheitspartner des fernöstlichen Inselreichs.

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