Mo, 11. Dezember 2017

Richtig vorsorgen

22.08.2015 09:44

Sparen für Enkelkinder - welche Optionen gibt es?

Großeltern haben oft den Wunsch, für die Zukunft ihrer Enkel etwas anzusparen. Die Auswahl an Möglichkeiten ist groß, bei manchen Varianten muss man in puncto Vertragskonstellation jedoch ein wenig aufpassen.

Sparbuch
Das Sparbuch ist sicher die einfachste Variante, um für das Enkerl ein wenig Geld auf die Seite zu legen. Das Buch kann dabei von den Großeltern selbst als auf sie identifiziertes Sparbuch mit Losungswort eröffnet werden, denn später kann es jederzeit auf das Kind übertragen werden. So sind die laufende Besparung durch Oma und Opa sowie Teilbehebungen möglich (je nach gewähltem Konditionenmodell). Wenn das Kind alt bzw. verantwortungsbewusst genug ist, kann das Sparbuch umidentifiziert werden. Nur im Fall einer Verlassenschaft würde das Buch unter Umständen in die Verlassenschaft der Großeltern fallen und damit dem Enkelkind nur unter Berücksichtigung der Erbteile zukommen.

Ein weiterer Vorteil: Das Geld ist aufgrund der Einlagensicherung gesichert. Natürlich kann ein Sparbuch auch gleich auf das Kind eröffnet werden, allerdings ist in diesem Fall zumindest ein Ausweis des Kindes, manchmal auch die Zustimmung zumindest eines Erziehungsberechtigten erforderlich. Auch ist zu beachten, dass das Kind dadurch bereits früher Zugriff auf das Sparbuch haben (sofern bereits an es ausgehändigt) bzw. der Zugriff durch die Großeltern erschwert sein kann.

Bausparen
Bausparen ist für (Enkel-)Kinder eine wunderbare Sache. Durch die staatliche Förderung sind die Erträge oft attraktiver als am Sparbuch. Auch ist Bausparen in der staatlichen Einlagensicherung gedeckt und erfüllt damit grundlegende Sicherheitsbedürfnisse. Erkundigen Sie sich jedoch bei den Eltern des Kindes, ob es für das Kind schon einen voll besparten Bausparvertrag gibt. Wenn nicht, kann dieser auch durch die Großeltern eröffnet werden, allerdings wird meist ein Ausweis von Eltern und Kind sowie eine Unterschrift eines Erziehungsberechtigten für Eröffnung und Verlängerung bzw. Kündigung benötigt. Der Zugriff durch die Großeltern ist somit stark eingeschränkt. Natürlich kann man auch hier einen eigenen Bausparvertrag unter eigenem Namen eröffnen, allerdings erhält man so die meist besseren Kinderkonditionen nicht. Auch kann man die staatliche Förderung nur dann bekommen, wenn man nicht bereits für sich selbst einen Bausparvertrag laufen hat.

Zu beachten sind hier auch etwaige Kontoführungsgebühren: Diese drücken zwar auf den Ertrag, relativieren sich jedoch, je höher Sie den Vertrag besparen – bis zu 100 Euro monatlich sind möglich. Kleinstverträge, die nur mit zehn Euro monatlich bespart werden, sollte man jedoch hinterfragen, da hier die Gebühren die Erträge auffressen, noch bevor die Inflation überhaupt daran denken kann, mitzuknabbern.

Fonds
Auch Wertpapiere bleiben bei langen Laufzeiten eine Variante, die man in Betracht ziehen kann, allerdings nur mit regelmäßiger, optimalerweise monatlicher Ansparung. Denn so kauft man bei niedrigen Kursen billig mehr ein und profitiert, wenn es mit den Kursen bergauf geht. Die Auswahl sollten Sie an Ihr eigenes Risikoverhalten anpassen. Das Depot wird dabei in der Regel von den Großeltern geführt. Hier kann das Enkelkind später als eigener Depotinhaber hinzukommen – mittels einer gemeinsamen Zeichnungsberechtigung kann auch Kontrolle ausgeübt werden, was das Enkelkind mit dem Geld vorhat.

Natürlich ist ein hochspekulativer Fonds vielleicht nicht ganz das Richtige, wenn es um Vorsorge für die Enkelkinder geht. Mischfonds mit Beimengungen von Aktienanteilen, Immobilien und Alternativen Investments zu einer soliden, je nach Geschmack mehr oder weniger großzügigen Anleihebasis sind aber durchaus eine Überlegung wert. Lassen Sie sich hierzu am besten von mehreren verschiedenen Instituten beraten und bilden Sie sich Ihre eigene Meinung, was zu Ihnen bzw. Ihrem Enkelkind passt.

Versicherungen
Kapitallebensversicherungen sind als Ansparvariante für Enkelkinder ebenfalls eine gute Variante. Dafür gibt es gleich mehrere Gründe: In speziellen Kinderpolizzen wird oft das Risiko abgedeckt, dass der Einzahler aus irgendeinem Grund die monatlichen Prämien nicht mehr zahlen kann – sei es aufgrund einer Erwerbsunfähigkeit nach Unfall oder wenn der Ablebensfall eintritt. In diesem Fall wird die Prämienzahlung fiktiv durch die Versicherung fortgesetzt und die vereinbarte Versicherungssumme gelangt am Laufzeitende zur Auszahlung. Dabei ist aber natürlich auch das Alter des Einzahlers zu berücksichtige – je älter, desto teurer die Prämienfortzahlung. Lassen Sie sich am besten ein Angebot mit und ohne dieser Option ausstellen. Was jedenfalls gemacht werden kann, ist, das Kind als Begünstigten im Ablebensfall einzusetzen, sodass sichergestellt ist, dass das Kind jedenfalls die Leistung erhält. In diesem Fall geht das Ergebnis der Versicherung nicht in die Verlassenschaft und steht schnell und unbürokratisch zur Verfügung.

Verträge können somit mit den Großeltern oder den Eltern des Kindes als Versicherungsnehmer und mit dem Kind als versicherter Person abgeschlossen werden. Gute Vertragsmodelle bieten an, dass der Tarif in weiterer Folge vom Kind selbst weiterbespart werden kann. Das ist insbesondere deshalb sinnvoll, da die Festschreibung der heutigen Lebenserwartung für Pensionstarife greift. Dadurch bekommt Ihr Kind eine höhere monatliche Rente, wenn es einmal selbst in Pension geht. Denn die heutige Lebenserwartung ist niedriger, als sie es voraussichtlich in 60 Jahren sein wird. Somit wird bei Verwendung der niedrigeren Lebenserwartung zur Berechnung der monatlichen Rente später ein höherer monatlicher Betrag ausbezahlt – und das lebenslang.

Auch ist die Ertragssituation von klassischen Lebensversicherungen nicht so schlecht, da auch jährlich Gewinnbeteiligungen den Polizzen zugewiesen werden, die den Ertrag erhöhen. Hinterfragen Sie jedoch immer genau, welcher Vertragstyp Ihnen angeboten wird: Fondsorientierte oder fondsgebundene Verträge müssen hinsichtlich des Sicherheitsniveaus sehr genau überprüft werden, auch die staatlich geförderte Zukunftsvorsorge sollte nur zur Beimischung verwendet werden, da auch hier am Kapitalmarkt veranlagt wird und die versprochenen Erträge zu einem Großteil mit Wertpapieren erwirtschaftet werden müssen.

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