Mo, 18. Dezember 2017

Kraftwerk Voitsberg

05.08.2015 17:44

Schiefer Kamin als neues Wahrzeichen

Die Bezirkshauptstadt Voitsberg hat – wenn auch nur für kurze Zeit – ein neues Wahrzeichen: Nach einer Panne beim Abbruch steht der 180 Meter hohe Kamin des ehemaligen Kohlekraftwerks schief. Bis spätestens Ende der Woche soll er nun mithilfe eines Roboterbaggers umgelegt werden.

Voitsberg, früher Mittwochmorgen: Es staut sich in der Stadt, die Umfahrung ist aus Sicherheitsgründen gesperrt. Auf der Straße Richtung Burgruine haben sich einige Kiebitze eingefunden. Selfies werden gemacht, lustige Fotos wie beim Schiefen Turm von Pisa. Am Abend zuvor haben einige sogar Liegestühle aufgestellt, wird berichtet.

Im Rathaus rauchen zur gleichen Zeit die Köpfe. SP-Bürgermeister Ernst Meixner hat seinen Urlaub abgebrochen und eine Dienstbesprechung um 7.30 Uhr einberufen. Die ganze Stadt kennt nur ein Thema: Was in aller Welt ist beim Kraftwerkskamin passiert?

Mit Pyrotechnik in die richtige Fallrichtung
Der hängt seit Dienstagabend ordentlich schief. Ursprünglich wollte die Baufirma Porr, die das Kraftwerk seit zwei Jahren Stück für Stück abmontiert, den Kamin sprengen, entschloss sich vor kurzem aber, ihn abzutragen. Bei den Vorbereitungsarbeiten im Inneren wurde jedoch laut Porr der Fundamentsockel beschädigt. Das Areal wurde daraufhin gesperrt, am Dienstagabend der Kamin mit Pyrotechnik "in die richtige Fallrichtung" gebracht – begleitet von einem ordentlichen Kracher, wie einige Videos von Voitsberger im Internet beweisen.

Dass er erst spät von Porr informiert wurde, verärgert Bürgermeister Meixner. Er äußerte auch Sorgen, da zwei für die Stadt wichtige Brunnen im Fallbereich liegen. "Wir hoffen, dass es zu keinen Problemen kommt."

Am Mittwoch traf dann ein ferngesteuerter Roboterbagger ein. Er wird den Kamin demnächst zu Fall bringen. Wann genau, wollte die Porr nicht verraten. Bis dahin bleibt die Umfahrungsstraße jedenfalls gesperrt.

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