Mi, 13. Dezember 2017

Bessere Aerodynamik

04.08.2015 12:22

Schwere Pollenpakete stabilisieren Hummelflug

Hummeln können auch mit Pollen- oder Nektarlasten fliegen, die der Hälfte ihres Körpergewichts entsprechen. US-Forscher haben nun herausgefunden, dass diese Lasten den Flug stabilisieren, aber die Steuerung beeinträchtigen können.

Hummeln sammeln Pollen in sogenannten Pollenhöschen an den Beinen und flüssigen Nektar, den sie im Magen transportieren. Da die schweren Lasten an verschiedenen Körperstellen sitzen, erwarteten Forscher, dass sie auch die aerodynamischen Flugeigenschaften unterschiedlich beeinflussen.

Stabile Lage durch Gewicht an den Beinen
Um dies zu testen, klebten die Forscher um Andrew Mountcastle von der Harvard University Concord Field Station in Bedford den Insekten kleine Metallkügelchen an die Beine oder in die Körpermitte. Dann ließen sie sie in einem Windkanal bei unterschiedlichen Windverhältnissen fliegen. Als Ziel dienten Blütenattrappen, die sich hin und her bewegten, damit die Tiere beim Anflug komplexe Flugmanöver vollbringen mussten. Es zeigte sich, dass die Tiere mit Gewichten an den Beinen sehr stabil in der Luft lagen und Windstöße sie weniger aus der Bahn warfen als Tiere, die das Gewicht am Körper trugen.

Die Pakete am Bein erschwerten jedoch das Manövrieren beim Anflug auf die bewegliche Blüte, und die Hummeln eierten zünftig herum. Trugen sie die Kugeln am Körper, war dies weniger der Fall. Die Forscher schließen daraus, dass das Art des Gepäcks den Energieverbrauch beim Fliegen abhängig von den Windverhältnissen beeinflusst.

Art der Nahrung vermutlich vom Wetter abhängig
"Unsere Resultate deuten darauf hin, dass Hummeln je nach Windverhältnissen andere Nahrungsquellen ansteuern könnten", schreiben die Forscher im Fachjournal PNAS. Dies hätte wichtige Auswirkungen auf die Bestäubungsarbeit und die Gesundheit der Hummelkolonie, zum Beispiel wenn sich Wetterbedingungen langfristig ändern. Konkrete Hinweise dafür, dass Hummeln je nach Wind eher Pollen oder Nektar sammeln, gibt es aber bisher noch nicht.

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