Mo, 11. Dezember 2017

Keine Trendwende

04.08.2015 11:00

15.000 Salzburger ohne Arbeit

Die neuesten Zahlen vom Arbeitsmarkt lassen schaudern: Ende Juli waren genau 12.524 Salzburger arbeitslos gemeldet. Und weitere 2459 Menschen machten beim Arbeitsmarktservice AMS eine Schulung - auch sie haben keinen Job. Macht unterm Strich 14.983 Arbeitslose. Zum Vergleich: Saalfelden als drittgrößte Stadt unseres Bundeslandes hat nur knapp mehr Einwohner.

AMS-Leiter Siegfried Steinlechner bestätigt die miserable Lage: Die Zahl der Arbeitslosen ist "höher als in jedem Juli zuvor", räumt er ein. Und will dennoch beschönigen: Die Arbeitslosigkeit sank im Juli auf den bisherigen Tiefststand heuer - die Monate davor waren noch schlimmer. Und die Arbeitslosenquote von 4,7 Prozent ist in keinem anderen Bundesland niedriger. Noch ein Trostpflaster: Seit vorigen Juli ist die Arbeitslosigkeit bei uns "nur" noch einstellig gestiegen (um 6,3%) - österreichweit aber um 11,7 Prozent.

Langzeit-Arbeitslose mehr als verdoppelt
Wen trifft die Krise am Arbeitsmarkt am härtesten?

-) Langzeitarbeitslose, die mehr als ein Jahr vergeblich einen Job suchen: Dieses Schicksal erleiden derzeit 804 Salzburger - mehr als doppelt so viele wie noch Ende Juli vor einem Jahr (+106%).
-) Ältere Arbeitnehmer über 50: Hier gab es eine Steigerung um 9,4% - das ist deutlich mehr als der "normale" Zuwachs bei Arbeitslosen.
-) Männer (9,4% mehr ohne Job als im Juli 2014) werden leichter arbeitslos als Frauen (3,1% mehr als im Vorjahr).
-) Arbeiter im Verkehrswesen (+6,9%) und bei Wirtschaftsdienstleistungen (+8,4%) verloren weit öfter den Job als ihre Kollegen im Fremdenverkehr (+1,2%), am Bau (+4,8%) sowie in der Warenherstellung (5,0% mehr als noch 2014).
-) Im Tennengau (+10,7%), im Flachgau (+10,2%) und in der Stadt Salzburg (+8,9%) stieg die Zahl der Arbeitslosen im Juli weiter dramatisch an. Im Lungau (+2,3%) und im Pongau (+3,0%) war es nicht ganz so arg. Nur im Pinzgau ging die Zahl der Arbeitslosen um 7,5 % zurück - dort begann die Sommersaison.

Steinlechner: "Es gab Ende Juli zwar um neun Prozent mehr offene Stellen, eine Trendwende ist derzeit aber nicht in Sicht."

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