So, 27. Mai 2018

Bei Bombenangriff

03.08.2015 15:51

Syrischer Jet stürzt über Stadt ab - Dutzende Tote

Beim Absturz eines syrischen Armeeflugzeugs über einer von Rebellen gehaltenen Stadt im Nordwesten des Landes sind am Montag nach Angaben von Aktivisten mindestens 31 Menschen ums Leben gekommen. Wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte, war zunächst nicht klar, wie viele Tote es durch den Absturz und wie viele durch einen vorherigen Luftangriff gab.

Die Militärmaschine sei wegen eines technischen Problems im Zentrum der Stadt Ariha in der Provinz Idlib abgestürzt, erklärte die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle. Kurz zuvor habe sie ein Viertel im Zentrum der Stadt bombardiert. Der den Rebellen nahestehende Chef der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, sagte unter Berufung auf Ärzte und Einwohner, unter den Toten seien zwei Kinder. Die Zahl der Verletzten gab er mit mindestens 60 an.

Die Beobachtungsstelle zitierte Augenzeugen, die von einer "riesigen Explosion" in der Nähe eines Gemüsemarktes berichteten. Der örtliche Aktivist Ibrahim al-Idlibi sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Explosion sei durch die an Bord des Flugzeugs verbliebenen Bomben und Raketen ausgelöst worden. Der gesamte Gemüsemarkt sei zerstört, ebenso Wohngebäude in der Nähe.

Schicksal der Besatzung unklar
Das Schicksal der Besatzung des abgestürzten Flugzeugs war den Aktivisten zufolge unklar. Die amtliche syrische Nachrichtenagentur Sana meldete lediglich, Militäreinheiten hätten Munitionsdepots zerstört und "Terrorgruppen" in Ariha bekämpft. Zu der Rebellenallianz, die in der an der Grenze zur Türkei gelegenen Provinz Idlib aktiv ist, gehört unter anderem die islamistische Al-Nusra-Front. Die Eroberungsarmee genannte Allianz hatte die Provinzhauptstadt Idlib am 28. März und Ariha zwei Monate später eingenommen.

Putin hat laut Erdogan Haltung im Syrienkonflikt geändert
Der türkische Präsident Erdogan sagte unterdessen, es gebe Anzeichen dafür, dass der russische Staatschef Wladimir Putin den syrischen Machthaber Bashar al-Assad "fallen" lasse. Putin teile "nicht länger die Meinung, dass Russland Assad bis zum Ende unterstützen muss. Ich denke, er kann Assad fallen lassen", sagte Erdogan laut türkischen Presseberichten von Montag.

Erdogan hatte im Juni bei der Eröffnung der Europaspiele in Baku lange mit Putin gesprochen. Sein Treffen in Baku und das nachfolgende Telefongespräch hätten bei ihm den Eindruck erweckt, dass Putin dabei sei, seine Haltung zum Syrienkonflikt zu ändern, sagte Erdogan. Russland hält seit dem Beginn des syrischen Bürgerkriegs im Jahr 2011 zu Assad. Die türkische Regierung unterstützt hingegen die bewaffneten Rebellen.

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