Mo, 20. November 2017

„Krone“-Interview

03.08.2015 15:45

Stoss‘ Ziel für Rio: „Drei bis fünf Medaillen“

Am Dienstag in einem Jahr geht’s los mit den Sommerspielen in Rio - ÖOC-Präsident Karl Stoss ist der Erfolg sicher: Er wird IOC-Mitglied! Aber können unsere Sportler das Trauma von London 2012 überwinden?

"Krone": Herr Präsident - ein Jahr vor den Sommerspielen in Rio bitte eine ehrliche Antwort: Wie groß ist bei Ihnen noch das Trauma von London 2012, als Österreich keine einzige Medaille holte?
Karl Stoss: Da ist überhaupt kein Trauma da! Weil alle Beteiligten daraus gelernt haben und die Kräfte gebündelt haben: etwa mit dem Projekt Rio 2016.

"Krone": Das heißt, Sie erwarten diesmal Edelmetall?
Stoss: Garantie gibt es keine, aber ich rechne schon mit drei bis fünf Medaillen.

"Krone": Aber ist die Ausgangslage nicht noch trister als vor London? In welchen Bewerben hoffen Sie eigentlich ernsthaft auf einen Platz auf dem Stockerl?
Stoss: In erster Linie ist etwas bei den Seglern möglich, aber auch beim Beachvolleyball, dem Modernen Fünfkampf, dem Schießen und im Kanu - wobei die mentalen Themen bei unserer Corinna Kuhnle immer eine Rolle spielen. Aber auch daran haben wir gearbeitet.

"Krone": Der Skandal beim Schwimmverband, die neuerliche Sperre des Wiener Stadthallenbads und überhaupt die triste Sportstätten-Situation muss Sie doch als ÖOC-Präsident ziemlich deprimieren!
Stoss: Wir haben einen tollen Nachwuchs, aber der benötigt auch gute Trainings-Bedingungen - wir vom ÖOC können nur mit internationalen Kooperationen dafür sorgen.

"Krone": Apropos Nachwuchs: Vor allem die jungen Athletinnen und Athleten sind in letzter Zeit fast dauernd bei irgendwelchen olympischen Veranstaltungen am Start: Welt-Jugendspiele, Europa-Jugendspiele, Euro Games in der allgemeinen Klasse Entsteht da nicht eine gewisse Inflation?
Stoss: Jede Marke kann durch eine Markt-Sättigung inflationär werden. Und wir haben derzeit wirklich eine Vielzahl von olympischen Formaten. Ich denke, dass hinter den Welt-Jugendspielen ein dickes Fragezeichen steht, der Aufwand dafür ist zu groß. Man sollte das für den Nachwuchs eher auf den kontinentalen Bereich beschränken.

"Krone": Das werden Sie ja bald selbst mitentscheiden können: Wie man hört, werden Sie in nächster Zeit ins IOC aufgenommen.
Stoss: Unmittelbar vor Rio gibt es eine Nachwahl, und mich haben unter anderen der ehemalige IOC-Präsident Jacques Rogge, Fürst Albert von Monaco und Prinzessin Nora von Liechtenstein vorgeschlagen. Österreich hat ja Olympia einiges zu bieten.

"Krone": Auch eine Bewerbung um Winterspiele?
Stoss: Also gegen Peking, das den Zuschlag für 2022 bekam, hätte jede Region unseres Landes eine Chance gehabt. Für 2026 sind wir bereit, auch eine grenzüberschreitende Kandidatur zu unterstützen: etwa mit Bayern oder Südtirol.

"Krone": Noch eine Frage zu ihrem Beruf als Lotterien-Chef - wird der Sport trotz der neuen Mehrheitsverhältnisse durch die Novomatic weiter Geld bekommen?
Stoss: Das steht so im Gesetz: Der Sport erhält drei Prozent! Auch die neuen Eigentümer werden sich mit Freude daran halten.

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