Sa, 18. November 2017

376.522 ohne Job

03.08.2015 12:29

Arbeitslosigkeit im Juli erneut gestiegen

Die Arbeitslosigkeit in Österreich ist erneut gestiegen: 376.522 Menschen waren im Juli ohne Job, ein Zuwachs um 7,2 Prozent im Vorjahresvergleich. Davon machten 56.642 Personen eine Schulung beim AMS, um 12,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen ohne Schulungsteilnehmer stieg um 11,7 Prozent auf 319.880 Personen. Die Arbeitslosenquote nach nationaler Definition kletterte damit um 0,7 Prozentpunkte auf 8,1 Prozent.

Besonders stark betroffen von der Zunahme der Arbeitslosigkeit waren das Gesundheits- und Sozialwesen (+12,2 Prozent), die Baubranche (+11,5 Prozent) und der Bereich Leiharbeit (+10,0 Prozent), teilten das Arbeitsmarktservice und das Sozialministerium am Montag mit.

Vor allem bei Älteren ab 50 Jahren (+15,4 Prozent) und gesundheitlich beeinträchtigten Personen (+16,1 Prozent) stieg die Zahl der Arbeitslosen überdurchschnittlich. Bei Ausländern wurde ein Zuwachs um 21,5 Prozent gemeldet. Die Jugendarbeitslosigkeit (15 bis 24 Jahre) nahm um 3,1 Prozent unterdurchschnittlich zu.

Höchster Zuwachs an Arbeitslosen in Wien
Im Bundesländervergleich zeigte sich ein deutliches Ost-West-Gefälle: Die höchste Zuwachsrate der Arbeitslosen gab es in Wien (+18,9 Prozent) gefolgt von Oberösterreich (+11,4 Prozent) und Niederösterreich (+9,3 Prozent), die geringsten Anstiege in Vorarlberg (+2,0 Prozent) und in Tirol (+2,6 Prozent).

Die Beschäftigung in Österreich ist aber ebenfalls gewachsen, der Arbeitsmarkt bleibt dynamisch: Die prognostizierte Zahl der unselbstständig Beschäftigten lag Ende Juli um rund 31.000 über dem Wert des Vorjahres. 379.903 Personen haben seit Jahresbeginn nach der Vormerkung beim Arbeitsmarktservice wieder einen Arbeitsplatz gefunden. Zur Unterstützung von Älteren (ab 50 Jahren) werden heuer 120 Millionen Euro aufgewendet.

Hundstorfer: Schwache Konjunktur ist Hauptgrund
Als Gründe für die auch im Sommer weiter steigende Arbeitslosigkeit nannte Sozialminister Rudolf Hundstorfer das anhaltend schwache Wirtschaftswachstum in Kombination mit wachsendem Arbeitskräfteangebot. "Die Konjunktur bleibt nach wie vor zu schwach, um allen rund 60.000 Arbeitskräften, die gegenwärtig auf dem österreichischen Arbeitsmarkt zusätzlich auftreten, einen Arbeitsplatz zu bieten."

Für Arbeitslose wird es auch zunehmend schwieriger, den Wiedereinstieg zu schaffen. Im Schnitt sind sie derzeit in Österreich 125 Tage ohne Arbeitsplatz, um 17 Tage mehr als im Vorjahresvergleich. Der Anteil der Langzeitarbeitslosen, die mehr als zwölf Monate lang vorgemerkt sind, ist stark gestiegen: 35.941 Menschen finden länger als ein Jahr keinen neuen Arbeitsplatz mehr (+186 Prozent). Der Anteil von Langzeitarbeitslosen an allen Arbeitslosen beträgt mittlerweile 11,2 Prozent, eine Steigerung um 6,8 Prozentpunkte zum Vorjahr. Rund jeder zehnte Arbeitslose ist also schon länger als ein Jahr ohne Arbeit.

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