Mo, 20. November 2017

Salzburg weiß nichts

02.08.2015 19:19

Aufregung um Asylantenheim in Schallmoos

Helle Aufregung in der Weiserhofstraße in Salzburg-Schallmoos: Denn der ehemalige Sandwirt wird renoviert, dort sollen noch im August 46 Flüchtlinge, alles Männer, eine Unterkunft finden - nur wenige Meter vom Kindergarten entfernt. Die Anrainer wurden nur kurz informiert, sie sind beunruhigt. Und die Stadtpolitik weiß vorerst nichts.

Der ehemalige Sandwirt war in den vergangenen Jahren dem Verfall Preis gegeben. Doch nun gibt es einen neuen Eigentümer. Der wollte zuerst ein Drei-Sterne-Hotel daraus machen, doch dann kam das Angebot für eine Asylantenunterkunft. Und die bietet eine sichere Einnahmequelle. Denn wenn es stimmt, was die Nachbarn unter der Hand beim Infoabend erfuhren, zahlt das Innenministerium künftig pro Monat 20.000 €, damit in dem Gebäude, das derzeit noch auf Vordermann gebracht wird, 46 Flüchtlinge unterkommen.

Weder Bürgermeister Heinz Schaden, noch Vize Harald Preuner oder Stadtrat Johann Padutsch wissen über den Plan Bescheid. Sie wurden einfach nicht informiert, wie ein Rundruf der "Krone" ergab. Innenministerin Johanna Mikl-Leitner hatte Schaden zwar wenige Tage vor dem Aufstellen der Zelte bei der Polizeidirektion verständigt, diesmal hielt man es aber offenbar nicht mehr für nötig, die Stadtpolitik in Kenntnis zu setzen. Und auch bei den Anrainern in der Weiserhofstraße, hat man das Gefühl, dass alles still und heimlich über die Bühne gehen soll. "Das Bewohnerservice des Magistrats hat mit einem Aushang über die Pläne informiert, drei Tage vor einem Infoabend. Die Zettel wurden so versteckt aufgehängt, dass kaum einer Notiz nahm. Das war so gewollt", empört sich eine Nachbarin.

Gebäude nur wenige Meter vom Kindergarten entfernt
Beim Infoabend am vergangenen Donnerstag war dann zu erfahren, dass die Flüchtlinge noch im August einziehen sollen. Es handelt sich um 46 Männer aus Syrien, Afghanistan, dem Irak und weiteren Nationen. Im Gebäude vis-a-vis des Sandwirts sind Alkoholkranke und Drogensüchtige untergebracht. Das Gebäude weist etliche Risse und Mauerlöcher auf. Schon jetzt kocht dort die Stimmung. Denn für die Flüchtlinge wird alles auf Staatskosten renoviert, die Süchtigen und Alkoholiker dagegen "dürfen" weiter unter prekären Umständen hausen. Besorgt sind die Anrainer nicht nur wegen der Vielzahl an Männern, die künftig im Heim wohnen - nur wenige Meter vom Kindergarten Schallmoos entfernt - sondern auch um Wertminderungen bei ihren Wohnungen. "Wir haben uns ein Haus in Bürmoos gekauft und wollen unser Heim in der Weiserhofstraße verkaufen. Wenn dort aber 46 Flüchtlinge nebenan wohnen, bekomme ich nur mehr den halben Preis", ist eine Nachbarin erzürnt.

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