Mo, 18. Dezember 2017

Grauwassernutzung

04.08.2015 11:25

Einmal zahlen, aber zweimal nutzen

Trinkwasser ist das kostbarste Geschenk der Erde an die Menschen. Denn ohne Wasser kein Leben. Weltweit gesehen sind Wasserressourcen allerdings um einiges knapper als etwa Erdöl. Im reichen "Trinkwasser"-Land Österreich gehen wir bislang recht achtlos mit dem kostbaren "Blauen Gold" um. Intelligentes "Wasser-Recycling" in Form von Regenwasser- und Grauwassernutzung kann Betriebskosten erheblich senken – und zu mehr Unabhängigkeit bei der Wasserversorgung führen.

Laut einschlägigen Statistiken fließt der größte Anteil unseres täglichen Wasserverbrauchs im wahrsten Sinn des Wortes "in den Gully". Denn täglich verbraucht jeder Mensch etwa 130 Liter Frischwasser. Nur magere drei Prozent davon werden auch tatsächlich zum "Trinken und Kochen" verwendet.

"Stiefkind" Wasser-Recycling?
Längst schon hat in Sachen der Nutzung erneuerbarer Energien in Bezug auf Wärmeversorgung ein Umdenken eingesetzt. Höchste Zeit also, dass dieser Gedanke des bewussten und verantwortungsvollen Umgangs mit begrenzten und zunehmend knapper werdenden Ressourcen auch auf die lebenswichtigste aller "Erdschätze" übertragen wird, dem Trinkwasser.

Ein Umdenken, das sich rechnet. Denn "regionale Kostbarkeiten" können in Zeiten der zunehmenden Globalisierung nicht mehr als zu 100 Prozent gesichert angesehen werden. Einen kleinen Vorgeschmack davon gaben bereits die heftig geführten Diskussionen rund um die "Wasserprivatisierung". Zusätzlich kann mit intelligentem "Wasser-Recycling" in Form von Regenwasser- oder vor allem auch der Grauwassernutzung auch einiges an Betriebskosten gespart werden und darüber hinaus mehr Unabhängigkeit von der öffentlichen Wasserversorgung erreicht werden.

Innovative "Grauwassernutzung"
"Grauwassernutzung" ist eine ebenso intelligente wie komfortable Technik, um Wasser sparsamer, ökologischer und nicht zuletzt auch wirtschaftlicher zu nutzen. Als "Grauwasser" bezeichnet man im Wesentlichen jenes Wasser, das aufgrund der täglichen Körperhygiene in jedem Haushalt zur Verfügung steht und regelmäßig anfällt. Statt dieses Wasser nun ungenützt in den Abfluss zu spülen, wird es in einer Grauwassernutzungsanlage gesammelt, biologisch gereinigt und so aufbereitet, dass es im Haushalt wiederum hervorragend für den Einsatz in der Toilettenspülung, in der Waschmaschine und zur Gartenbewässerung eingesetzt werden kann.

Übrigens: Ganz so neu ist dieser Gedanke der bewussten Zweifachnutzung von Wasser nicht. Vor gar nicht allzu langer Zeit haben unsere Großmütter Gemüse, Obst oder Kartoffeln in Kübeln gewaschen und dieses Wasser dann zur Bewässerung von Pflanzen und Gemüse verwendet. Dies wird auch heute noch so regelmäßig in vielen nicht so wasserreichen Ländern wie Österreich praktiziert.

Deutlich Kosten sparen
Im Wohnbereich ist Wasser ein maßgeblicher Kostenfaktor. Mit "Grauwassernutzung" können etwa 50 Prozent des Trinkwassers mit dem weideraufbereiteten Klarwasser ersetzt - und eingespart - werden. Das recycelte Wasser wird dann in jenen Bereichen eingesetzt, in denen Trinkwasserqualität nicht erforderlich ist (z.B. Toilette, Waschmaschine, Bewässerung).

Für diese "Zweifachnutzung" des Wassers stehen mittlerweile perfekt ausgereifte und komfortable Techniken für jeden Größenbedarf zur Verfügung: vom Einfamilienhaus über Gaststätten bis hin zu großen Wohn- oder Heimanlagen.

Achtung: Wie hoch allerdings die tatsächliche Kostenersparnis ausfällt, hängt ganz wesentlich auch von den verschiedensten Wasserverbrauchsbestimmungen und natürlich den jeweiligen Verordnungen für die Berechnungen des Wasserverbrauchs ab. Diese sind in Österreich von Bundesland zu Bundesland (bzw. auch Gemeinden) unterschiedlich geregelt. So könnte z.B. in Wien ein Hausbesitzer mit einem Grauwassernutzungssystem etwa bis zur Hälfte seine Wasserkosten senken, in Niederösterreich hingegen kaum.

In Österreich kaum bekannt
"Wasserreiches Österreich!" Weltweit nimmt Österreich aufgrund seiner Wasserreserven und der bekannt hohen Wasserqualität eine Ausnahmestellung ein. Allerdings stöhnen auch hierzulande immer mehr Verbraucher über steigende Wasserpreise.

International hat das Interesse an Techniken und Systemen zur Grauwassernutzung in den letzten Jahren stark zugenommen. Hersteller von derartigen Grauwasseranlagen, wie z.B. das das deutsche Unternehmen "ewuaqua", verzeichnen weltweit starke Zuwächse. Österreich stellt hier international gesehen (noch) eine Ausnahme dar.

"In vielen anderen Ländern, vor allem auch in Europa, hat sich die 'Grauwassernutzung' bereits fest etabliert und verzeichnet ein großes Wachstum. In Österreich haben wir derzeit sicherlich noch einen starken Aufholbedarf. Am günstigsten kommt 'Grauwassernutzung', wenn man sie bereits in der Bauphase selbst miteinplant. Beim Einfamilienhaus liegen die Anschaffungskosten etwa zwischen fünf- bis sechstausend Euro. Eine Investition, die sich in vielfacher Hinsicht rechnet", unterstreicht Ing. Werner Dauböck, der in Österreich die Produkte  von "ewuaqua – iwater" vertritt.

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