Mo, 11. Dezember 2017

Griff Mitbewohner an

02.08.2015 15:23

D: Polizei schoss auf Flüchtling - schwer verletzt

Bei einem Polizeieinsatz in einem Flüchtlingsheim in Bonn ist ein Mann am Samstagabend schwer verletzt worden. Wie ein Sprecher der Polizei sagte, ging dem Einsatz ein Streit des 23-jährigen Flüchtlings mit einem Mitbewohner voraus. Dabei habe der aus Guinea stammende Mann seinen 27-jährigen Kontrahenten mit einem Messer verletzt.

Nach dem Streit rückte die Polizei mit einem Aufgebot von etwa 50 Kräften an. Da das von etwa 200 Flüchtlingen bewohnte Heim in einem dicht bewohnten Stadtteil liegt, wurde eine Absperrung errichtet.

Die Beamten hätten laut dem Sprecher versucht, mit dem 23-Jährigen zu verhandeln, der sich in einem Küchenraum verschanzt hatte. Die Kontaktaufnahme habe sich jedoch "schwierig" gestaltet. Der Mann sei schließlich kurz vor 19 Uhr aus dem Fenster gesprungen und habe - mit zwei Messern in der Hand - die Absperrung überwinden wollen.

"Schüsse auf die Gliedmaßen"
Die Einsatzkräfte hätten zunächst versucht, ihn mit Tränengas zu stoppen, sagte der Sprecher. Er sei jedoch immer weiter gelaufen und deshalb "durch Schüsse auf die Gliedmaßen" angriffsunfähig gemacht worden. Der Mann wurde in ein Bonner Krankenhaus gebracht, sein Zustand war stabil. Für die Bewohner der Flüchtlingsunterkunft wurden Notfallseelsorger eingesetzt. Der 27-Jährige, der mit dem Messer angegriffen worden war, war den Angaben zufolge nur leicht verletzt.

Der genaue Tathergang und die Gründe, warum es zu den Schüssen auf den 23-Jährigen kam, sind nun Gegenstand interner Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft. Die Polizei untersuchte am Abend noch den Tatort, auch wird nach Angaben des Sprechers der Ablauf des Geschehens "umfänglich geprüft". Konkret werde derzeit noch niemand beschuldigt.

Massenschlägereien in Unterkünften
Auch in anderen Flüchtlingsunterkünften in Deutschland kam es am Wochenende zu teilweise schweren Ausschreitungen. So gerieten in einem Zeltlager in Dresden am Samstag jeweils etwa 50 Asylwerber aus Syrien und Afghanistan aneinander. Sie bewarfen einander mit Pflastersteinen, Plastiksesseln und -tischen, Zeltstangen, Feldbettteilen und anderen Gegenständen. Acht Menschen wurden verletzt. Warum die Situation eskalierte, war zunächst unklar. 80 Beamte trennten die Streitparteien und hielten sie über Stunden auf Abstand.

In Suhl prügelten sich rund 80 Menschen in der überfüllten Landesaufnahmestelle. Acht Menschen wurden leicht verletzt, darunter zwei Mitarbeiter des Wachdienstes, berichtete die Polizei in der Nacht auf Sonntag. Anstoß für den Streit sei wahrscheinlich ein nichtiger Grund gewesen. Die Polizei nahm sieben Verdächtige vorübergehend in Gewahrsam. Erst vor rund einer Woche war es in einer überfüllten Aufnahmestelle in Trier zu einer Massenschlägerei gekommen. Syrische und albanische Flüchtlinge waren während eines Fußballspiels in Streit geraten, ein Mensch wurde verletzt.

Mehrere Städte am Rand der Aufnahmefähigkeit
Der massive Zustrom von Flüchtlingen bringt immer mehr deutsche Städte und Kommunen an den Rand ihrer Aufnahmefähigkeit. Nach einem Bericht der Tageszeitung "Die Welt" sind dieses Jahr mehr als 300.000 Asylsuchende in Deutschland registriert worden. Die bisherige Prognose des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge muss daher deutlich erhöht werden.

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