So, 17. Dezember 2017

Auf Armeestützpunkt

02.08.2015 14:54

Selbstmordanschlag in Osttürkei: Zwei Soldaten tot

Bei einem Selbstmordanschlag sind in der Osttürkei laut türkischen Medien am Sonntag zwei Soldaten getötet und 24 weitere verletzt worden. Als Drahtzieher der Bluttat wird von den Behörden die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) vermutet.

Der Attentäter habe im Bezirk Dogubayazit in der östlichen Provinz Agri einen mit rund zwei Tonnen Sprengstoff beladenen Traktor zu einem örtlichen Armeestützpunkt gesteuert und zur Explosion gebracht, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf die Behörden.

Armeefahrzeug auf Landmine gefahren: Ein Soldat tot
Bei einem weiteren mutmaßlichen PKK-Anschlag in der südosttürkischen Provinz Mardin wurden am Sonntag ein Soldat getötet und mindestens acht weitere verletzt, wie die Nachrichtenagentur DHA meldete. Das Fahrzeug der Soldaten sei auf eine zuvor verlegte Mine gefahren. Die PKK bekannte sich zunächst zu keinem der Anschläge.

Die türkische Luftwaffe fliegt als Reaktion auf den Tod zweier Polizisten bei einem der PKK zugerechneten Anschlag seit gut einer Woche Angriffe auf Stützpunkte der Rebellen im Nordirak und geht auch im Inland mit Nachdruck gegen sie vor. Laut Anadolu wurden dabei bereits mehr als 260 PKK-Kämpfer getötet. Unter den Verletzten sei auch Nurettin Demirtas, der Bruder des Vorsitzenden der türkischen Kurdenpartei HDP, Selahattin Demirtas.

Kurden-Chef im Nordirak besorgt wegen ziviler Opfer
Die Regierung des autonomen irakischen Kurdistans hat die PKK angesichts neuer türkischer Luftschläge aufgefordert, den Nordirak zu verlassen. Präsident Massud Barsani, Chef der Autonomieregion, verurteilte die jüngsten Bombardements und rief die Türkei und die PKK auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Die PKK solle die Region Kurdistan verlassen, um nicht das Leben kurdischer Zivilisten zu gefährden, sagte Barsani. Am Samstagmorgen griff die türkische Luftwaffe erneut vermutete PKK-Einrichtungen im Nordirak an. Dabei seien mindestens acht Zivilisten getötet worden, berichtete Anadolu.

Missbraucht PKK Zivilisten als menschliche Schutzschilde?
Das Militär wehrte sich gegen die Vorwürfe und betonte, lediglich "Logistik der PKK" getroffen zu haben. Das türkische Außenministerium leitete Ermittlungen ein. Es werde jede Anstrengung unternommen, um bei Luftangriffen zivile Opfer zu vermeiden, hieß es. Man wisse, dass sich keine Zivilisten in der besagten Region aufhielten und dass zum Zeitpunkt des Angriffs hochrangige PKK-Mitglieder dort gewesen seien. "Auf der anderen Seite ist es leider eine Tatsache, dass die Terrororganisation Zivilisten als menschliche Schutzschilde nutzt", hieß es weiter.

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