Mi, 22. November 2017

Kultour

01.08.2015 11:44

Rolando der Tausendsassa

"Plácido ist einfach unglaublich, ein ganz, ganz großer Musiker mit einer fantastischen Stimme, wenn nicht überhaupt mit der schönsten, die es gibt. Selbst mit 74 ist er kraftvoll, wie eh und je. Er ist ein Wunder!" "Ein Weltwunder", wirft Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler ein, als Rolando Villazón nach dem Galakonzert anlässlich Plácido Domingos 40-jährigem Salzburg Bühnenjubiläum, vom ihm schwärmt.

"Er ist kein Divo, ganz im Gegenteil! Er teilt seine Freude, Liebe und Energie zur Musik und Kunst mit jedem, mit dem er arbeitet, und bringt mit seiner Strahlkraft auch alle anderen zum leuchten!" Die höchsten Töne lässt der mexikanische Startenor beim entspannten Terrassen-Talk Freitag Mittag aber auch auf Cecilia Bartoli erklingen. Mit ihr steht er Mitte des Festpielsommers in Glucks "Iphigénie en Tauride" (eine Übernahme der Pfingstfestspiele 2015) im Haus für Mozart auf der Bühne.

"Ich hatte vor kurzem die Ehre mit Cecilia gemeinsam für ein Fotoshooting zu posieren, singen werden wir nun aber zum ersten Mal miteinander. Ich freue mich sehr, denn in der Zeit als ich an der Pariser Opéra mein Debüt feierte, war sie mir eine große Inspirationsquelle. Ich habe jeden morgen ihre Vivaldi-CD gehört und dadurch die Liebe und Freude zur Musik noch intensiver für mich entdeckt!" Villazón schlüpft in die Rolle von Pylade, der sich für seinen Freund Oreste, gesungen von Christopher Maltman, opfern möchte. "Eine sehr noble Rolle. Außerdem bringt Gluck diese Tragödie einfach wunderbar zum klingen!"

Am Montag beginnen die Proben. Für Villazón die schönste Zeit. "Hier kann man nicht nur vieles ausprobieren, sondern auch neue Wege beschreiten und erlebt eine Intimität, die mich sehr berührt. Die Proben sind das Labor für die Kunst!" Diese liegen ihm auch als Regisseur besonders am Herzen. 2011 gab er mit seiner Inszenierung von "Werther" an der Opéra de Lyon sein Regie-Debüt. Donizettis "L’elisir d’amore" und "Viva la Mamma" sowie Puccinis "La Rondine" folgten. "Es gibt zwei Arten von Sängern. Jene, die geführt werden wollen und jene, die vor eigenen Ideen nur so strotzen. Ich habe, gerade weil ich selbst Sänger bin, für beide Verständnis und versuche in meiner Arbeit als Regisseur eine Beziehung zwischen den Sängern und mir aufzubauen."

Zweiter Roman erscheint im Herbst
Und wie steht’s mit dem Schreiben? Letzten Sommer veröffentlichte der Tausendsassa seinen ersten Roman "Malabares", das spanische Wort für jonglieren, erscheinen ist er allerdings unter dem Titel "Kunststücke". Sein Zweiter ist fertig und soll im Herbst auf dem Mark kommen. Den Titel verrät er uns noch nicht, nur soviel: "Der Leser muss sich auf eine Entdeckungsreise einlassen und wird Teil des Spiels." Dabei mischen bestimmt auch wieder die zwei Clowns aus seinem Erstlingswerk mit. Die Zeit, seine schriftstellerischen Ergüsse handschriftlich zu Buch bzw. Hausübungsheft zu bringen, findet der sympathische Mexikaner zwischen Proben, Vorstellungen, im Flugzeug oder im Zug.

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