Do, 14. Dezember 2017

Gerichtsbeschluss

31.07.2015 12:11

Pirate Bay, Isohunt & Co: A1 muss Websites blocken

Das Handelsgericht Wien hat auf Druck der Musikindustrie den Internetprovider A1 per Gerichtsbeschluss verpflichtet, den Zugang zu vier "strukturell rechtsverletzenden Websites, auf denen es zu massiven Urheberrechtsverletzungen" kommt, zu blockieren. Dabei handelt es sich um thepiratebay.se, isohunt.to, 1337x.to und h33t.to.

Ein Sprecher des Handelsgerichts bestätigte den Beschluss. Es handle sich dabei um eine nicht rechtskräftige einstweilige Verfügung. Bei A1 Telekom behauptete man am Freitag, nichts von einem derartigen Gerichtsbeschluss zu wissen.

Website-Sperren setzen sich langsam durch
Website-Blocking ist laut IFPI Austria (Verband der Österreichischen Musikwirtschaft) in der EU als Mittel der Durchsetzung von Urheberrechten immer weiter verbreitet. So sei etwa der Zugang zu thepiratebay.se auch in Großbritannien, Belgien, den Niederlanden, Italien, Irland, Finnland, Dänemark und Island gesperrt worden.

Die technische Umsetzung des Blockings obliege dem Internet-Provider, die gängigsten Methoden seien die Löschung der Websites aus DNS-Servern und das Blocken der IP-Adresse - oder eine Kombination aus beiden Maßnahmen.

Sperren technisch leicht auszuhebeln
Als wirksam haben sich solche Maßnahmen in der Vergangenheit nicht erwiesen. Die Löschung aus dem DNS-Server können Internetnutzer mit alternativen DNS-Servern wie jenem, den Google unter der IP 8.8.8.8 bereitstellt, leicht umgehen, gegen IP-Sperren helfen Proxy- und VPN-Dienste. Hinzu kommt, dass illegale Angebote bei der Sperrung ihrer Internetadresse oft binnen kürzester Zeit auf eine andere ausweichen.

Die Musikindustrie gibt sich trotzdem erfreut. "Für die weitere Entwicklung des Online-Musikmarktes ist das eine sehr erfreuliche Entscheidung", so Franz Medwenitsch, Geschäftsführer des Verbands der Österreichischen Musikwirtschaft. "Wir bieten den Providern an, gemeinsam an einer rechtskonformen und einfachen Umsetzung von Website-Blocking zu arbeiten."

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