Sa, 16. Dezember 2017

Kärntner Doppelmord

31.07.2015 12:13

Polizei bestätigt: 19-Jähriger tötete Eltern

Die Mutmaßungen haben sich bestätigt: Am Freitag gab die Polizei im Fall jenes Ehepaares in Kärnten, das in ihrer Wohnung erstochen aufgefunden worden war, offiziell bekannt, dass es sich beim Täter "mit hoher Wahrscheinlichkeit" tatsächlich um den 19-jährigen Sohn gehandelt hat. Der junge Mann war nach der Bluttat in der Nacht auf Mittwoch mit dem Auto davon- und in den Morgenstunden auf der A2 in den Tod gerast.

Die beiden Leichen waren am Mittwochvormittag in Klagenfurt von Polizisten entdeckt worden, als diese die Eheleute über den Tod des 19-Jährigen informieren wollten. Bei der Obduktion stellte sich heraus, dass der Mann mit 28 und die Frau mit 17 Stichen getötet wurden. Nach Einschätzung von Chefinspektor Johann Reiter war der Täter in einem regelrechten Blutrausch. Die Leichen des Paars zeigen deutliche Abwehrverletzungen.

Auch die Leiche des 19-Jährigen wurde mittlerweile untersucht, bei ihm wurden Spuren von Kokain nachgewiesen. Am Körper des jungen Mannes wurden zudem am Oberbauch und an einem Unterarm leichte Schnittverletzungen festgestellt, die von der Tat stammen dürften. Die Spurensicherer fanden im Wohnzimmer, dem Tatort, auch zahlreiche blutige Fußabdrücke, der Täter dürfte also barfuß in der Wohnung herumgerannt sein.

An den Füßen des 19-Jährigen wurden Proben genommen, um eine Übereinstimmung abzuklären. Ob an dem jungen Mann diese und weitere Blutspuren seiner Eltern zu finden sind, wird erst feststehen, wenn in ein bis zwei Wochen entsprechende Testergebnisse vorliegen. Auch zu seiner Berauschung mit Drogen sind noch Laborergebnisse ausständig.

Ohrenzeugin berichtete von Streit
Nach Angaben einer Ohrenzeugin war es in der Nacht auf Mittwoch zwischen dem Sohn und seinen Eltern zu einem lautstarken Streit in der Wohnung gekommen - worum es dabei ging, wird wohl für immer ungeklärt bleiben. Im Zuge der Auseinandersetzung dürfte der junge Mann zwischen 2 und 3 Uhr zu den Messern gegriffen und damit auf Vater und Mutter eingestochen haben. Die Polizei geht davon aus, dass der 50 Jahre alte pensionierte Fernfahrer und die 40-jährige Krankenschwester nacheinander getötet wurden, wobei die Reihenfolge unklar ist. Beide trugen Schlafkleidung.

In den frühen Morgenstunden raste der 19-Jährige mit seinem BMW davon. Auf der A2 in Fahrtrichtung Villach kam es dann auf Höhe Velden zum tödlichen Unfall. Der junge Mann fuhr mit Tempo 180 offenbar ungebremst auf einen Lastwagen auf - er war sofort tot. Ob es sich dabei um Suizid oder doch einen tragischen Unfall handelt, wird wohl ein Rätsel bleiben. "Es gibt keinen unmittelbaren Unfallzeugen", hatte Polizeisprecher Rainer Dionisio bereits am Donnerstag erklärt. Eventuelle Bremsspuren waren wegen des Regens ohnehin nicht zu finden.

Nicht erklären konnten die Beamten vorerst, was der 19-Jährige unmittelbar nach der Tat gemacht hat. Er kehrte nämlich kurz vor 6 Uhr zum Haus zurück und machte sich dann zu der Fahrt auf, die für ihn tödlich endete. Wann er das Haus mit der Wohnung, in der er mit seinen Eltern lebte, verlassen hatte, war unklar. Falls die Staatsanwaltschaft zustimmt, wollen die Beamten seine Handydaten auswerten, um auch diese drei bis vier Stunden rekonstruieren zu können.

Familie als sehr harmonisch bekannt
"Zum Motiv gibt es noch keine schlüssigen Erkenntnisse", sagte Oberst Christian Martinz. Aus dem Umfeld heiße es, die Familie sei eigentlich sehr harmonisch gewesen. Reiter: "Wir wollen noch weitere Umfelderhebungen machen." Zum Suchtgiftkonsum des 19-Jährigen gibt es Aussagen, wonach dieser sporadisch Kokain konsumiert habe, polizeilich aufgefallen war er aber nie. Ein zweiter, 21 Jahre alter Sohn des Ehepaars war in der Nacht auf Mittwoch definitiv nicht in Klagenfurt. Er wurde noch nicht detailliert befragt.

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