Mo, 18. Dezember 2017

Hetze im Netz

30.07.2015 14:49

Hass-Posting auf Facebook kostet Grazerin den Job

Nach einem Lehrling in Oberösterreich haben fremdenfeindliche Postings auf Facebook nun auch Folgen für zwei steirische Mitarbeiter: Während eine führende Angestellte der Handelskette Spar das Unternehmen verlassen muss, hat ein ÖAMTC-Mitarbeiter noch ein klärendes Gespräch vor sich. Beide zeigten sich nach ihren diskriminierenden Äußerungen einsichtig.

Die Spar-Pressestelle bestätigte einen Bericht des "Kurier", wonach die Grazer Mitarbeiterin Anfang der Woche zum Gespräch mit ihren Vorgesetzten gebeten wurde. Sie hatte nach einem Feuer beim Erstaufnahmelager in Traiskirchen auf Facebook geschrieben, dass der Brand im Gebäude besser gewesen wäre. Kunden hatten das gelesen und Spar davon in Kenntnis gesetzt, woraufhin sie die Kündigung erhielt. Nach einem Gespräch mit dem Betriebsrat und der Geschäftsführung sowie einem reumütigen Posting als Nachtrag auf Facebook einigte man sich auf eine einvernehmliche Auflösung des Dienstverhältnisses.

ÖAMTC-Mitarbeiter nach Posting zum Vorgesetzten zitiert
Ein steirischer ÖAMTC-Mitarbeiter hatte vergangene Woche ebenfalls mit einem Eintrag in dem sozialen Netzwerk für Unruhe gesorgt, berichtete "Heute" am Donnerstag: Der Mann teilte ein Foto einer Frau in einer Burka aus Warnwesten-Stoff und schrieb dazu: "Das ist die neue Dienstkleidung unserer geschätzten Schalterdamen." Der Mann habe das Bild lustig gefunden, erklärte Sprecher Hans-Peter Auer. Der ÖAMTC aber nicht, weshalb noch ein Gespräch mit seinen Vorgesetzten folgt. Der Autofahrerklub distanzierte sich von dem Posting und verwies auf seine Mitarbeiter mit Migrationshintergrund: "Wir freuen uns, dass wir sie haben."

Rotes Kreuz trennt sich von ehrenamtlichem Mitarbeiter
Konsequenzen hatte ein Hass-Posting auch für einen ehrenamtlichen Mitarbeiter des Roten Kreuzes. Er hatte laut Ö1-"Mittagsjournal" geschrieben: "Wenn dieses Asylzentrum hierher kommt, wird es Tote geben. Das Boot ist voll." Sein Ehrenamt ist er deswegen nun los. Ein Sprecher der Organisation begründete den Schritt damit, dass dies ein klarer Verstoß gegen die Grundsätze sei.

ZARA will Provider in die Pflicht nehmen
Angesichts der zunehmenden Hetze im Internet will Claudia Schäfer von der Rassismus-Beobachtungsstelle ZARA die Provider in die Pflicht nehmen. Diese sollten Inhalte mit offensichtlich unwahren Behauptungen über Asylwerber aus dem Netz nehmen, forderte sie.

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