Mo, 18. Dezember 2017

Experten rätseln

30.07.2015 12:38

Wrackteil von MH370 vor La Reunion angespült?

Das Wrackteil eines Flugzeugs auf der Insel La Reunion im Indischen Ozean hat Spekulationen über mögliche Verbindungen zum verschollenen Flug MH370 von Malaysia Airlines ausgelöst. Das rund zwei Meter lange Tragflächenstück war nach Berichten lokaler Medien am Mittwoch an der Küste bei Saint-Andre im Osten der zu Frankreich gehörenden Insel gefunden worden und ist offenbar ein Teil einer Boeing 777, berichtete CNN in der Nacht auf Donnerstag. Später wurde an derselben Stelle auch ein Teil eines Koffers entdeckt.

Das am 8. März 2014 mit 239 Menschen an Bord auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking verschwundene Malaysia-Airlines-Flugzeug war ebenfalls eine Boeing 777. Schiffe mit Unterwasser- und Sonargeräten suchen seither im Indischen Ozean nach dem Wrack. Es ist eine der abgelegensten Meeresregionen der Welt, das Wasser ist dort teils 6.000 Meter tief. Rund 55.000 Quadratkilometer wurden bisher ergebnislos abgesucht.

Luftsicherheitsexperte: "Unglaubliche Ähnlichkeit"
Der französische Luftsicherheitsexperte Xavier Tytelman sprach von einer "unglaublichen Ähnlichkeit" zwischen dem gefundenen Wrackstück und einem Teil eines Ruders einer Boeing 777. Auf seinen Twitter-Account und seinen Blog stellte er eine Skizze dazu:

"In einigen Tagen werden wir eine sichere Antwort haben", schrieb Tytelman weiters.

Experten untersuchen Wrackteil
Die für Lufttransporte zuständige Gendarmerie auf La Reunion eröffnete ein Untersuchungsverfahren, in dem "in alle Richtungen" ermittelt wird. Neben möglichen Verbindungen zu Flug MH370 sollen auch eventuelle Spuren zu zwei Flugzeugabstürzen in den Jahren 2006 und 2009 untersucht werden. Auch Malaysias Regierung reagierte und schickte ein Untersuchungsteam nach La Reunion. Verkehrsminister Liow Tiong Lai wies allerdings darauf hin, dass, bevor die Experten nicht ihre Arbeit getan hätten, nicht bestätigt werden könne, ob das gefundene Stück zu Flug MH370 gehört.

Warten auf offizielle Bestätigung
"Im Moment wäre es für die Airline zu früh, über die Herkunft des Objekts zu spekulieren", teilte auch Malaysia Airlines am Donnerstag in Kuala Lumpur mit. Verwandte von chinesischen Passagieren äußerten sich ebenfalls skeptisch. Viele fürchten, es sei ein weiteres Gerücht, und warten auf eine offizielle Bestätigung. "Es ist so weit weg, wo sie das Teil gefunden haben", wunderte sich etwa Liu Dongliang, dessen Bruder an Bord der Maschine war.

Fundort passt zum Suchgebiet
Der Fundort passt nach Angaben Australiens jedenfalls zu dem Gebiet, in dem nach dem verschwundenen Flugzeug gesucht wird. Die Untersuchungen zu dem Wrackteil würden mit "sehr großem Interesse" verfolgt, sagte Australiens Verkehrsminister Warren Truss. Australien koordiniert die Suche nach dem Flugzeug in einem riesigen Gebiet rund 2.000 Kilometer westlich von Perth.

Aufgedruckte Nummer auf Wrackteil entdeckt
An dem Wrackteil sei die aufgedruckte Nummer BB670 gefunden worden, berichtete Truss. Das sei keine Serien- oder Registrierungsnummer, aber vielleicht eine Wartungsnummer. Allerdings: Selbst wenn die Flügelklappe vom verschwundenen Flugzeug stamme, wisse man noch immer nicht, wo der Rumpf liege. Aber man könne nachvollziehen, ob die Suchmannschaften "ungefähr am richtigen Ort" unterwegs seien, so Truss weiter.

Auch Überreste eines Koffers aufgetaucht
An der Stelle, an der das Wrackteil gefunden wurde, sind inzwischen auch Überreste eines Koffers aufgetaucht. "Das Kofferstück war seit Mittwoch dort, aber niemand hat darauf geachtet", sagte Johnny Begue, der das Flugzeugwrackteil entdeckt hatte. Die Gendarmerie habe das Fundstück mitgenommen. Ein Journalist veröffentlichte ein Foto auf Twitter:

4.000 km zwischen Ort des letzten Signals und Fundstelle
Der australische Ozeanograf David Griffin sagte, Meeresströmungen und Winde könnten schwimmende Teile Tausende Kilometer weit transportieren. Zwischen dem Fundort und der Position, von der das letzte Signal der Maschine aufgefangen wurde, liegen rund 4.000 Kilometer. Strömungen und Wind würden Wrackteile vom Suchgebiet zuerst nach Norden tragen, von dort würde alles, was aus dem Wasser ragt, entlang des Äquators nach Westen treiben. "Und La Reunion liegt sehr nah am Äquator", so Griffin.

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