Mo, 11. Dezember 2017

Risikoabsicherung

15.08.2015 08:00

Wie kann man Kredite richtig besichern?

Wer eine Finanzierung aufnimmt, kommt früher oder später am Thema "Kreditbesicherung" nicht vorbei. Denn im Normalfall besteht die Bank darauf, dass ihre Ausleihung entsprechend gedeckt sein muss. Aber auch in eigenem Interesse sollte man auf ausreichenden Schutz achten.

Die Kreditbesicherung ist umso wichtiger, je größer die Finanzierungssumme und je höher die monatliche Belastung ist. Denn was nicht passieren darf, ist dass ein Schicksalsschlag die finanzielle Situation derart aus dem Gleichgewicht bringt, dass die Raten nicht mehr beglichen werden können und die Anschaffung verkauft werden muss oder an die Bank fällt.

Einerseits muss daher das finanzierte Objekt entsprechend versichert werden: Beim Kauf eines Eigenheims durch eine Wohnungs- bzw. Eigenheimversicherung. Diese zahlt bei elementaren Schäden wie Feuer, Sturm, Leitungswasser etc. den Schaden, sodass man nicht auf einer Bruchbude nach Eintritt eines Schadens sitzen bleibt. Ein kreditfinanziertes Auto sollte Vollkasko versichert werden, damit bei einem Unfall mit Totalschaden Ersatz erfolgt, und man nicht einfach nur die Kreditrate weiterzahlt.

Unabhängig davon will meist auch die Bank Sicherheiten. Je nach Finanzierungsobjekt sind diese unterschiedlich. Bei einem Immobilienerwerb will die Bank im Normalfall ins Grundbuch, und das je nach Bonität über 80 bis 120 Prozent des Finanzierungsbetrags, damit auch die Nebenkosten der Bank gedeckt sind. Bei kleineren Finanzierungen nimmt die Bank meist Sparbücher, Wertpapierdepots oder kapitalbildende Lebensversicherungen mit Rückkaufswerten als Sicherheiten an. Denn generell gilt: Je höher der Kredit besichert ist, desto günstigere Konditionen erhalten Sie.

Jedoch sollte man sich auch Gedanken über seine persönliche Situation machen, wenn ein Unfall oder eine Krankheit das Leben und die Finanzen von heute auf morgen auf den Kopf stellen.

Risikofeld Unfall
Existenzgefährdend sind jene Unfälle, die eine dauerhafte körperliche Beeinträchtigung nach sich ziehen. Der Betroffene ist zunächst aufgrund der unmittelbaren Verletzungen außerstande, seiner Erwerbstätigkeit nachzugehen. Dabei sind die finanziellen Einbußen vor allem bei Selbständigen sofort spürbar. Für Angestellte werden diese erst nach einigen Wochen merkbar, wenn die Entgeltfortzahlung des Dienstgebers wegfällt und nur mehr die Leistung von der Gebietskrankenkasse kommt, die aber nach ein paar Monaten nur mehr etwa 60 Prozent des Einkommens entspricht.

Steht fest, dass eine Invalidität geblieben ist, kommt es, sofern man die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt, zur Festsetzung einer Invaliditätsrente. Diese wird unter Bezugnahme auf Antrittsalter, Versicherungszeiten und Bemessungsgrundlage (also Einkommen im Durchrechnungszeitraum) berechnet. Sie wird dann ausgezahlt, wenn ein Mindestmaß an Versicherungszeiten je nach Alter erreicht wurde, sowie die Erwerbsunfähigkeit medizinisch bestätigt ist. Je jünger man ist, desto niedriger ist die Rente, sofern man überhaupt schon die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt. In jedem Fall sind deutliche Lücken im monatlichen Einkommen vorhanden.

Diese Lücken können Sie durch eine private Unfallvorsorge relativ kostengünstig absichern. Die Leistungen aus einer privaten Unfallpolizze sind meist unbürokratischer und schneller verfügbar als von gesetzlicher Seite. Auch können Sie sich die Höhe je nach gewünschter monatlicher Belastung selbst zusammenstellen. Maßgeblich sollte die Einkommenslücke im Fall des Falles sein, also zumindest 40 Prozent Ihres Nettoeinkommens sollten zur Verfügung stehen. Auch leisten Unfallversicherungen Einmalzahlungen, um Umbauten, Rehabilitationsmaßnahmen uvm. zu finanzieren. Sinnvoll sind Familienunfallpolizzen, da ein Unfall jedes Familienmitglieds eine finanzielle Mehrbelastung darstellt.

Risikofeld schwere Erkrankung
Tritt der Fall der Berufs- bzw. Erwerbsunfähigkeit aufgrund einer schweren Erkrankung, wie etwa Krebs, ein, sieht die Leistung von gesetzlicher Seite her zunächst sehr ähnlich aus, wie im Risikofeld Unfall beschrieben. Auch hier kommt es nach frühestens einem Jahr zur Festsetzung einer Invaliditätsrente, wenn die Berufsunfähigkeit für mindestens sechs Monate bestehen wird. Sie können sich privat absichern, indem Sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen, die eine monatliche Rente leistet. Diese sollte wiederum auf etwa 40 Prozent des Nettoeinkommens abstellen. Es gibt am Markt Modelle, die mit einer Ansparleistung verbunden sind. Die dabei erwirtschafteten Zinsen und Gewinnbeiligungen leisten einen Beitrag zur Zahlung der Risikoprämie und dadurch wird der Versicherungsschutz günstiger.

Risikofeld Ableben
Dieses Feld ist mit Sicherheit das tragischste. Neben dem menschlichen Verlust in der Familie ist auch die finanzielle Belastung für die Hinterbliebenen sehr groß. Bei Ehepaaren kommt es in der Regel zur Auszahlung einer Witwer/n- bzw. Waisenpension, wenn die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind. Diese beträgt zwischen null und maximal 60 Prozent des Einkommens des Verstorbenen und wird anhand einer Relation des Einkommens des Hinterbliebenen zum Einkommen des Verstorbenen berechnet.

Besondere Gefahr besteht bei reinen Lebensgemeinschaften, da hier keine Absicherung von staatlicher Seite vorgesehen ist. Eine einfache Ablebensversicherung kostet einige wenige Euro im Monat und kann die gesamte Kreditsumme abdecken. Damit gehört das finanzierte Objekt im Ablebensfall den Hinterbliebenen, da die Finanzierung ausgezahlt wird. Es macht jedoch Sinn, eine größere Summe abzusichern, damit zusätzlich Bargeld als Reserve für die Familie da ist. Denn das laufende Einkommen des Partners fehlt in jedem Fall.

Risikofeld Arbeitslosigkeit
Auch für Arbeitslosigkeitszeiten gibt es private Versicherungen, doch diese sollten Sie sehr genau prüfen, da die Anspruchsvoraussetzungen meist so streng sind, dass sie kaum zur Auszahlung kommen. Besser ist es, für diesen Fall immer eine Reserve von drei bis vier Nettomonatseinkommen zur Seite zu legen, damit die vorübergehenden Einkommenseinbußen sicher abgefangen werden können. Die Höhe Ihres möglichen AMS-Bezuges können Sie sich auf der Homepage des AMS selbst berechnen und damit Ihre Einkommenslücke feststellen.

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