Di, 12. Dezember 2017

Asyl

28.07.2015 20:25

Gipfelgespräch dauerte viele Stunden...

Es war ein erstes Abtasten. Ein Stadtrundgang für Gestrandete. Flüchtlinge wissen kaum etwas über ihr neues Zuhause. Immer wieder gab es zuletzt Fälle, wo Schlepper sie einfach irgendwo an der Salzburger Autobahn rauswarfen...

Doraja Eberle, die mit der zutiefst menschlichen "Rucksack-Aktion" hilft, nahm Zeltstadt-Bewohner am Dienstag zu einer Stadtführung mit und unterbrach so den Alltag in der dürftigen Unterbringung. "Fremdenführer Christoph Seilern hat dieses großartige Angebot gemacht", freute sie sich. "Viele sind so interessiert. Wir sollten ihnen ermöglichen, Salzburg kennen zu lernen." Das gebe Halt. Die Vielzahl an Anmeldungen war kaum zu bewältigen.

Flüchtlings-Gipfel über Schwarzenbergkaserne
Und während die Gruppe von rund 20 Asylwerbern bei der Mozartstatue zusammentraf, tagte im Chiemseehof noch immer ein "Asyl-Gipfel", der bereits einige Stunden andauerte. Thema war die durchaus sensible Unterbringung in der Schwarzenbergkaserne, wo weitere Details fixiert werden mussten. Insgesamt sollen hier 100 bis 150 Flüchtlinge unterkommen.

2700 Menschen in Salzburg untergebracht
2700 Menschen aus Krisen-Gebieten hat Salzburg derzeit bereits untergebracht. "Es werden laufend Quartiere geschaffen", heißt es aus dem Büro von Martina Berthold. Und die Landesrätin appelliert rasch, aber ruhig auf den Flüchtlingsstrom zu reagieren. Tamsweg machte ein Angebot (abseits der Kaserne), St. Martin am Tennengebirge nimmt Menschen aus Krisenregionen auf. Ebenso: Unken, Lend, Böckstein. Und: "Auch der Flachgau hat aufgeholt", ist man im Büro Berthold um eine ausgewogene Verteilung in den Regionen bemüht. Auch in Thalgau kommen neue Unterbringungsmöglichkeiten dazu.

Täglich stranden noch mehr Menschen in Salzburg: Weitere Schulen und Internate sollen jetzt als Notlösung für die nächsten Wochen dienen. Zuletzt griff die Polizei Flüchtlinge vermehrt auch in Nachtzügen aus dem Osten auf. Sie wurden im Rahmen der europäischen Dublin III-Verordnung zum Teil aber wieder nach Ungarn zurück geschickt. Froh ist man in Salzburg über professionelle Partner wie Rotes Kreuz oder Caritas. Auch das Hilfswerk ist jetzt in die Flüchtlingsbetreuung eingestiegen, es kümmert sich um die Schul-Unterkünfte in Bruck und Tamsweg. "Wir sehen die aktuelle Notsituation", so Claudia Petschl. Kernthema am Dienstag: Kommen die Container in Wals-Siezenheim vor oder in die Schwarzenbergkaserne? Zur Diskussion steht auch der frühere Sportplatz, wo ein Möbelmarkt bauen wollte. "Das hätte von der Infrastruktur her Vorteile", betont Bürgermeister Joachim Maislinger. Die Betreuung übernimmt hier das Rote Kreuz.

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