Do, 14. Dezember 2017

Ein Siegerbike?

28.07.2015 17:50

Diese BMW S 1000 RR ist ein Elektromotorrad!

Was hier aussieht wie eine BMW S 1000 RR, ist irgendwie auch eine - und doch wieder nicht. Studenten der TU München und der chinesischen Tsinghua University haben einen der Münchner Supersportler hergenommen und daraus ein Elektro-Motorrad gemacht. Damit wollen sie nun bei einem Rennen antreten - gegen ganz reguläre Benzin-Superbikes.

Die jeweils vier Deutschen und Chinesen haben die BMW S 1000 RR nicht nur ihres Vierzylindermotors beraubt, sondern natürlich auch Getriebe, Kupplung und Elektronik entfernt. Und auch die hintere Bremse musste weichen.

Stattdessen bekam "TORR", wie das Bike jetzt heißt, einen 100 kW/136 PS starken Elektromotor verpasst, der aus dem Stand 240 Nm abliefert - und so stark rekuperieren (als Energie zurückgewinnen) kann, dass der Bremseffekt ausreicht und die Hinterradbremse ersetzt. Am Vorderrad bleibt natürlich die klassische Bremse im Einsatz.

Motor läuft rückwärts
"T0RR" muss auf Knopfdruck viel Leistung bringen. Dafür bauten die Studenten den Akkupack aus Hochleistungszellen auf, die bei Bedarf schnell entladen werden können. Um die Agilität der Maschine zu verbessern, ersannen die Studenten einen Trick: sie bauten den Motor rückwärtslaufend ein und reduzierten so das Rotationsträgheitsmoment des Motorrades.

Die Erklärung dazu: Das Trägheitsmoment eines Zweirades sorgt für den stabilen Geradeauslauf, allerdings erschwert es die Kurvenfahrt. Man kann es am Beispiel eines Fahrrads erklären: Alleine stehen kann ein Drahtesel nicht. Erst die Bewegung der Räder, also die sich in eine Richtung drehende Masse, sorgt für Stabilität. Das Rad fährt umso stabiler, je schwerer die rotierende Masse ist. Allerdings wird es so auch schwieriger, es in Kurven zu lenken. Dadurch, dass die Studenten den Motor rückwärts eingebaut haben, hebeln sie diesen Effekt aus. Der Motor läuft in die entgegengesetzte Richtung wie die Räder. Die in die gleiche Richtung – nach vorne - rotierende Masse verringert sich und damit auch das Rotationsträgheitsmoment (die Drehrichtung eines Elektromotors lässt sich im Gegensatz zu einem Verbrennungsmotor vergleichsweise leicht umkehren).

Nun will das Team beim semiprofessionalen "Pro Thunder Race" in Oschersleben antreten und alle Motorräder mit Verbrennungsmotor hinter sich lassen - jedenfalls im Qualifying. Denn die Kapazität der Akkus reicht noch nicht für eine komplette Renndistanz. Aber für das Qualifying rechnen sich die Studierenden gute Chancen aus. Und hoffen, dass sie so auch weitere Förderer gewinnen, um das Motorrad weiterentwickeln zu können.

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