Mi, 13. Dezember 2017

"Wollte mich töten"

28.07.2015 17:14

Prostituierte erschießt möglichen US-Serienkiller

In den USA hält ein Tötungsdelikt in Notwehr derzeit die Polizei in Atem: Eine Prostituierte hat, weil sie sich massiv von ihm bedroht fühlte, in Charleston im Bundesstaat West Virginia einen 45-jährigen Mann erschossen. Wie sich bei den Ermittlungen herausstellte, könnte sie damit nicht nur sich selbst, sondern zahlreichen weiteren Frauen das Leben gerettet haben - denn das Opfer, Neal Falls, dürfte ein Serienkiller gewesen sein.

Falls hatte die Prostituierte, die von der Polizei Heather genannt wird, über eine Escort-Website gefunden. Als er am 18. Juli an ihrer Tür klopfte und sie ihm öffnete, habe er ihr umgehend eine Waffe in den Magen gedrückt und sie gefragt: "Leben oder sterben?" Doch er hatte wohl nicht mit Gegenwehr gerechnet. Als Falls begonnen habe, sie zu würgen, habe sie zu ihrer Krücke gegriffen, so Heather später zur Polizei. "Als er die Pistole weggelegt hat, um mir die Krücke wegzunehmen, habe ich blitzschnell zur Waffe gegriffen und hinter mich geschossen." Dann sei sie aus dem Haus gelaufen und habe nach Hilfe gerufen. Die alarmierten Polizisten hätten Falls dann tot in ihrem Haus gefunden.

"Mordarsenal" in Kofferraum sichergestellt
Bis dahin sah alles nach einer brutalen Einzelattacke aus. Doch als die Polizei den Wagen des 45-Jährigen unter die Lupe nahm, stießen die Beamten auf Indizien, dass Falls einen bestialischen Mord geplant haben dürfte - und das wohl nicht zum ersten Mal. In dem Auto fanden die Ermittler ein ganzes "Mordarsenal": Messer, Äxte, einen Vorschlaghammer, Schaufeln, Handschellen sowie Bleichmittel und andere Reinigungsutensilien. Zudem sei eine Liste mit sechs Frauennamen sichergestellt worden. Die Liste beinhalte auch das jeweilige Alter und die Telefonnummern der Frauen, deren Namen Falls offenbar ebenfalls von der Escort-Website hatte, über die er auf Heather gestoßen war.

"Es ist sehr wahrscheinlich, dass Mr. Falls ein Serienkiller war", sagte Steve Cooper von der Charlestoner Polizei. "Ich glaube, dass sie (Heather) - basierend auf dem, was er ihr angetan hat, und auf den in seinem Auto sichergestellten Gegenständen - Leben gerettet hat, indem sie Falls tötete."

Weitere Fälle von Morden und Vermissten werden geprüft
Sofort begannen die Ermittler zu überprüfen, ob die Fälle von bis zu zehn ermordeten oder verschwundenen Frauen in mehreren Städten auf das Konto des Mannes gehen könnten. So würden derzeit drei Prostituiertenmorde und der Fall einer Vermissten von vor etwa zehn Jahren aus dem Raum Las Vegas im Bundesstaat Nevada auf Ähnlichkeiten bei den Taten gecheckt. Der Verdächtige habe zu etwa dieser Zeit in der Region im nevadischen Henderson gelebt.

Laut NBC und lokalen Medien sieht sich die Polizei in Chillicothe in Ohio - der Bundesstaat grenzt an West Virginia - die Todesumstände von drei bis vier Frauen und zwei Vermisstenfälle auf mögliche Gemeinsamkeiten erneut an. Dort wurden die Opfer als Drogenabhängige beschrieben, die auf den Strich gingen. Und auch in Illinois wurden in den vergangenen Monaten Online-Escorts ermordet - und zwar mit Werkzeugen, die den in Falls' Auto gefundenen ähneln.

Heather wird nach Angaben der Polizei für Falls' nicht belangt werden, der Vorfall wurde als Notwehrhandlung eingestuft. Sie sagte, dass sie gewusst habe, dass er "hier war, um mich zu töten", als sie ihn gesehen habe. "Ich habe mich mein ganzes Leben gegen Männer zur Wehr setzen müssen", sagte sie einer Zeitung, "ich nehme an, ich war bereit für diesen Typen."

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