Di, 12. Dezember 2017

Toyota verdrängt

28.07.2015 16:20

Volkswagen erstmals größter Hersteller der Welt

Volkswagen hat Toyota vom imaginären Thron gestoßen und erstmals die Krone des absatzstärksten Autobauers der Welt erobert - trotz des schwächelnden Absatzes. Grund dafür ist, dass der Erzrivale noch schwächer unterwegs war.

Der japanische Konzern verkaufte im ersten Halbjahr 2015 rund 5,02 Millionen Fahrzeuge. Das entspricht einem Minus von 1,5 Prozent. Volkswagen hatte dagegen von Jänner bis Juni 5,04 Millionen Fahrzeuge an Kunden übergeben. Die Wolfsburger konnten damit den Absatzrückgang auf 0,5 Prozent begrenzen. Das reichte, um an die Weltspitze zu rücken. Nummer drei blieb General Motors. Der Autobauer aus Detroit verkaufte rund 4,8 Millionen Autos.

Der Spitzenplatz von VW kommt nicht ganz überraschend. Analysten hatten bereits damit gerechnet, dass die Wolfsburger Toyota beim Absatz überholen könnten. Denn der bisherige Weltmarktführer hatte selbst niedrigere Verkaufszahlen erwartet. Grund ist eine schwächere Pkw-Nachfrage auf dem Heimatmarkt Japan und in Südostasien, wo Toyota ebenfalls Platzhirsch ist. Stark ist der Konzern auch in Nordamerika. Volkswagen versucht dort seit Jahren, sich aus seiner Nischenrolle zu befreien.

VW verkauft ein Drittel der Autos nach China
Stärker im Fokus des Markts als die Absatzzahlen steht indes die Gewinnentwicklung - bei der Profitabilität hatte Toyota zuletzt immer die Nase vorn. Volkswagen gibt am morgigen Mittwoch Einblick in seine Bilanz für das erste Halbjahr. Dann dürfte auch klar werden, in welche Richtung die Reise für den in den vergangenen Monaten von Machtkämpfen erschütterten Hersteller im wichtigen chinesischen Markt geht. Dort verkauft der Zwölf-Marken-Konzern mehr als ein Drittel aller Autos und fährt einen großen Teil seiner Gewinne ein. Zuletzt brachten die Wolfsburger in Fernost allerdings weniger Fahrzeuge an die Kunden.

Doch auch Toyota steht in der Volksrepublik unter Druck: Insidern zufolge wollen die Japaner dort den Bau einer Fabrik für ihre Luxusmarke Lexus verschieben. Das jahrelang rasante Wachstum des chinesischen Marktes hatte sich zuletzt stark abgekühlt - darunter leiden zahlreiche Autohersteller. VW war in den 1980er-Jahren einer der ersten westlichen Autokonzerne gewesen, die in China an den Start gegangen waren.

Schon im vergangenen Jahr hatten sich Volkswagen und Toyota ein knappes Rennen um die Spitze geliefert. Volkswagen verkaufte 10,14 Millionen Autos, Toyota 10,23 Millionen.

Toyota hatte 2008 den Platz an der Spitze erobert und den US-Hersteller General Motors (GM) damit nach mehr als 70 Jahren auf den zweiten Platz verwiesen. Wegen des Tsunamis im Jahr 2011 musste Toyota den ersten Platz wieder an GM abgeben, holte ihn sich 2012 aber zurück. Die Opel-Mutter GM landete im ersten Halbjahr mit 4,86 verkauften Autos auf Platz drei.

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