Sa, 16. Dezember 2017

Rätselhafter Dunst

28.07.2015 09:25

Helle Flecken auf Ceres erzeugen Mini-Atmosphäre

Weiße Flecken auf Bildern, die die NASA-Sonde "Dawn" vom Zwergplaneten Ceres gemacht hat, geben den Wissenschaftlern weiterhin Rätsel auf. Jetzt haben sie entdeckt, dass über der bekanntesten Ansammlung der mysteriösen, reflektierenden Strukturen stets zur Mittagszeit immer wieder Dunst aufsteigt, der eine Art Mini-Atmosphäre über einem Krater bildet.

"Wenn man zur Mittagszeit in einem ganz bestimmten Winkel auf Spot 5 (den hellsten Fleck auf Ceres, Anm.) blickt, kann man etwas beobachten, das wie Dunst aussieht", berichtete "Dawn"-Missionsleiter Christopher Russell von der University of California in Los Angeles erst kürzlich beim zweiten jährlichen Exploration Science Forum der NASA im Ames Research Center in Moffett Field (Kalifornien).

Dunst bildet eine Art lokale Mini-Atmosphäre
Die helle, aus mehreren Flecken bestehende Struktur am Grund des Occato-Kraters dürfte aus sublimierendem Eis (das ist Eis, das direkt vom festen in den gasförmigen Zustand übergeht, Anm.) bestehen. Dabei entstehe eine Art lokale Mini-Atmosphäre innerhalb des Kraters, der einen Durchmesser von 92 Kilometern hat. Das würden Beobachtungen mit der Sonde "Dawn" nahelegen, so Russell. Er verriet bei dem Meeting auch, dass man herausgefunden habe, dass Ceres mit einem Durchmesser von 962 Kilometern rund vier Prozent kleiner ist als bislang angenommen.

Zwergplanet wurde vor über 200 Jahren entdeckt
Ceres - benannt nach der römischen Göttin des Ackerbaus - ist der größte Körper im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter und vereint mehr als ein Drittel der gesamten Masse des Asteroidengürtels. Seine Größe war es auch, die ihn zum ersten entdeckten Asteroiden machte - anno 1801 spürte der italienische Astronom Giuseppe Piazzi Ceres ihn in der Neujahrsnacht auf. Mit einem Äquatordurchmesser von 962 Kilometern ist er das größte Objekt im sogenannten Asteroiden-Hauptgürtel .

Sonde im September 2007 gestartet
Die Sonde "Dawn" hat auf ihrer insgesamt rund 360 Millionen Dollar (umgerechnet etwa 317 Mio. Euro) teuren Mission schon viel hinter sich: Nachdem die Reise wegen zu hoher Kosten und technischer Probleme schon abgesagt worden war, konnte die Sonde nach einer Kehrtwende der NASA dann im September 2007 doch noch vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral (Florida) starten.

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