So, 17. Dezember 2017

Streit eskaliert

27.07.2015 14:35

Afghanistan: 20 Tote bei Schießerei auf Hochzeit

Ein Streit während einer Hochzeitsfeier im Norden Afghanistans ist tödlich eskaliert: Bei einer Schießerei wurden mindestens 20 Männer getötet und zehn weitere verletzt, wie ein Polizeisprecher der Provinz Baghlan am Montag sagte. Der Vorfall ereignete sich am Sonntagabend bei einem Fest im Bezirk Deh Salah.

Der Schießerei seien gegenseitige Beschimpfungen vorausgegangen, sagte Bezirkspolizeichef Gulistan Kusani. Anfangs hätten mehrere bewaffnete Männer miteinander gestritten, sagte Kusani, der sogar von 21 Toten sprach. Als dann ein örtlicher Sicherheitsmann in die Luft geschossen habe, sei der Streit eskaliert. Schließlich hätten beide Seiten zu den Waffen gegriffen. Bei den Opfern handle es sich um männliche Hochzeitsgäste im Alter zwischen 14 und 60 Jahren.

Angst vor möglichen Racheakten
Der Gouverneur von Baghlan, Sultan Mohammed Ebadi, entsandte eine Delegation, die am Tatort ermitteln und Racheakte von Angehörigen der Opfer verhindern sollte. Die Region ist mehrheitlich tadschikisch geprägt und vom Taliban-Aufstand und den Unruhen in vielen anderen Landesteilen bisher weitgehend verschont geblieben.

Immer wieder blutige Anschläge bei Hochzeiten
In dem seit vier Jahrzehnten von Krieg und Gewalt heimgesuchten Land am Hindukusch kommt es bei großen Hochzeitsfeiern immer wieder zu Gewalttätigkeiten und häufig auch zu tödlichen Anschlägen, die meist den radikalislamischen Taliban zugeschrieben werden. Erst im Dezember war eine Hochzeitsgesellschaft in der Südprovinz Helmand von der afghanischen Armee versehentlich mit Granaten beschossen worden. Laut Augenzeugen hatten Gäste Freudenschüsse in die Luft abgefeuert, als die Braut zum Haus des Bräutigams geführt wurde. Die Schüsse seien offenbar von den Truppen missverstanden worden. 17 Frauen und Kinder starben.

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