Sa, 25. November 2017

Noch heuer

27.07.2015 09:26

Daimler lässt Robo-Trucks auf deutsche Autobahnen

Das selbstfahrende Auto könnte schneller kommen als gedacht. Noch in diesem Jahr will der Daimler-Konzern probeweise Trucks auf Autobahnen schicken, in denen der Computer den Fahrer ersetzt, wie Daimler-Vorstand Wolfgang Bernhard der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" sagte.

"Wir sind zuversichtlich, dass wir in den nächsten Wochen die Genehmigung für Tests auf deutschen Autobahnen bekommen", sagte er - und fügte hinzu: "Dann legen wir auch sofort los."

Daimler plant dem Manager zufolge bundesweite Testfahrten, beginnend mit Baden-Württemberg. Mit der Serienreife der teilautonomen Lkw rechnet Bernhard "in zwei, drei Jahren", noch bevor die entsprechenden Pkws auf den Markt kommen. "Technisch kriegen wir das hin", zeigte er sich zuversichtlich.

Mehr Sicherheit durch Robo-Trucks?
Die neue Technik erhöhe die Sicherheit im Straßenverkehr, sagte Bernhard. "97 Prozent der Unfälle beruhen auf menschliche Faktoren. Die Maschine fährt insgesamt sicherer als der Mensch." Ganz überflüssig werde der Fahrer mit dieser Technik freilich nicht: "Es wird immer ein Mensch drin sitzen, der sicherstellt, dass nichts passiert." Es werde möglich sein, "das Fahren zwar komplett der Maschine zu übergeben, auch das Bremsen und Beschleunigen", der Mensch aber müsse die Fahrt überwachen.

Bis zum vollautonomen Fahren werde aber noch einige Zeit vergehen, sagte Bernhard. "Da wollen auch Apple, Google und Konsorten dabei sein." Schrecken lasse sich Daimler durch die neue Konkurrenz nicht: "Wir fahren bei diesem Thema vorne und lassen uns die Butter nicht vom Brot nehmen."

Autonomes Fahren wird Milliardenmarkt
Generell werden selbstfahrende und teilautonome Autos von der deutschen Automobilindustrie als großer Wachstumsmarkt betrachtet. "Allein in den kommenden fünf Jahren könnten in Europa rund 90 Millionen 'Connected Cars' verkauft werden", sagte Volkswagen-Chef Martin Winterkorn der "Welt am Sonntag".

Auch Conti-Chef Elmar Degenhart sieht ein großes Verkaufspotenzial: "Allein die für das automatisierte Fahren nötigen Sensoren dürften 2020 ein Marktvolumen von zehn Milliarden Euro ausmachen." Ferdinand Dudenhöffer, Leiter des Center Automotive Research an der Universität Duisburg-Essen, sagte seinerseits für 2020 einem Umsatz mit Assistenten und teilautomatisierten Systemen von 55 Milliarden Euro voraus. Im Jahr 2030 könne man dann mit mehr als 300 Milliarden Euro Umsatz rechnen.

Als erster Schritt wird der Einsatz von autonomen Fahrzeugen wie dem Robo-Truck von Daimler auf der Autobahn erwartet. "In circa fünf Jahren werden Autos automatisch auf der Autobahn fahren", sagt Dirk Hoheisel, Geschäftsführer von Robert Bosch.

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