Di, 12. Dezember 2017

"Rettet das Kind"

24.07.2015 19:36

Neues Jugendheim für Asylanten in St. Georgen

"Rettet das Kind" will in St. Gilgen ein Zuhause für Flüchtlingskinder und Jugendliche in der Grundversorgung schaffen: Weil das Ausbildungsmodell für Behinderte Ende des Jahres ausläuft, wird das Anwesen frei. Bis zu 80 Minderjährige sollen aufgenommen werden.

Es gab drei Möglichkeiten in St. Gilgen: Verkauf an reiche Investoren, die wirtschaftliche Nutzung oder wieder eine soziale Idee... Bisher lernten und lebten auf dem 44.000 Quadratmeter großen Areal von "Rettet das Kind" Jugendliche mit Behinderung. Ab 2016 werden sie direkt in Betriebe und damit mehr in die Gesellschaft integriert.

"Rettet das Kind" will in der angespannten Flüchtlingssituation helfen und besinnt sich damit seiner Wurzeln: "Der Start hier in St. Gilgen war 1957, damals wurden Kinder aus Ungarn betreut", blickt Andrea Drexel zurück. Der Verein will wieder ein Leuchtturm-Projekt schaffen und minderjährige Flüchtlinge, die ohne Eltern gehen mussten, aufnehmen. Das Ziel: "Eine hochwertige Betreuung mit einer klaren Tagesstruktur", erklärt Markus Manzinger. Ein erfahrenes Team stellt das Projekt auf. Auch Doraja Eberle ist wieder in den Vorstand von "Rettet das Kind" zurückgekehrt.

Eberle: "Traue es der Gemeinde zu"
Reibungspunkte sollen erst gar nicht entstehen: Weil die Flüchtlingskinder nur so lange in St. Gilgen bleiben, bis ein Asylbescheid ausgestellt ist, wird es viel Wechsel geben. "Die Schule im Ort wäre überfordert", betont Präsident Sepp Eisl. Die Flüchtlinge sollen direkt am Gelände Deutsch lernen. "Ich traue es der Gemeinde zu", macht Eberle Mut, hier einen Betrag zu leisten. Und sie versucht die Tragik für unser Verständnis fassbar zu machen: "Warum flüchten Kinder? Es geht viel um Gewalt und Verfolgung."“ Oft lebe nur noch ein Elternteil. Und der IS-Terrorstaat rekrutiere auch schon kleine Kinder.

Eberle verweist auch auf eine Parallele: In der internationalen Schule in St. Gilgen sind bereits rund 120 Kinder aus verschiedenen Ländern untergebracht. "Das ist weiter her geholt. Aber auch da gab es Skepsis." Jetzt funktioniere das Miteinander. Noch laufen Gespräche mit dem Land. Von 30 Arbeitsplätzen sollen etwa 20 erhalten bleiben. Bedingung ist für "Rettet das Kind" die Betreuung selbst zu führen. Bürgermeister Otto Kloiber sieht die Pläne positiv. St. Gilgen beherbergt bereits 25 Vertriebene mitten im Ort: "Ich bin mir sicher, dass unsere Gemeinde die Kinder gerne aufnimmt."

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