Do, 14. Dezember 2017

Missstand ausgemerzt

24.07.2015 16:10

Intensive Betreuung für todkranke Kinder gesichert

Sind Menschen mit dem Tod konfrontiert, befinden sie sich in einer emotionalen Ausnahmesituation. Besonders schlimm ist es, wenn Kinder betroffen sind. Um den Eltern und Verwandten die Situation etwas erträglicher zu gestalten, finanziert das Land nun ein eigenes Kinderpalliativteam mit klaren Strukturen.

"50 bis 70 Kinder und Jugendliche sterben jährlich in der Steiermark", weiß Christian Urban von der Kinderklinik Graz. Drei Viertel davon sind jünger als vier Jahre - eine nervliche Tortur für die Eltern und Angehörigen, die sich über eine lange Zeit hinweg ziehen kann. Bis vor kurzem bestand in dieser Hinsicht eine große Betreuungslücke, die nun geschlossen werden kann: mit der Errichtung eines neuen, flexiblen Kinderpalliativteams. Dort ziehen Ärzte, Kinderkrankenpfleger, Sozialarbeiter, Psychotherapeuten und Hospizkoordinatoren an einem Strang und begleiten die Betroffenen stationär oder zuhause. Die Stützpunkte wurden in Graz und Leoben eingerichtet, um flächendeckend eingreifen zu können.

"In den letzten sechs Monaten haben wir zwölf Kinder betreut, zwei davon sind bis jetzt verstorben", sagt Reinhold Kerbl vom LKH Hochsteiermark. Von den telefonischen Beratungen bis hin zu Hausbesuchen und Trauerbegleitung reicht der kostenlose Angebot des Palliativteams. Helga Linz, Palliativkrankenschwester, erzählt: "Auch sterbenskranke Jugendliche wollen Spaß am Leben haben. Da kommt es vor, dass sie mich mitten in der Nacht aus der Disco anrufen und mich um einen Morphiumlutscher bitten, weil sie so große Schmerzen haben, aber noch so gern ein wenig ausbleiben würden. Und dann fahr’ ich eben los!" Knapp 900.000 Euro hat das Land jetzt zur Sicherung dieser Einrichtung bis Ende 2016 zugesagt.

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