Sa, 16. Dezember 2017

Lösung gesucht

24.07.2015 14:54

Die Grazer Drogenmeile

Die Keplerstraße und ihre angrenzenden Gassen sind die derzeit bekannteste Drogenmeile in Graz. Gedealt wird hauptsächlich von Schwarzafrikanern. Einige werden offenbar von Italien aus gesteuert, andere, darunter viele Asylwerber, "arbeiten" auf eigene Faust. Nach einer Lösung wird gesucht…

Drei Gruppen von Dealern, die die Gegend rund um die Keplerstraße unsicher machen, hat die Polizei ausgemacht – gedealt wird vor allem von Schwarzafrikanern, mit Haschisch und Marihuana:

- Da gibt es wahrscheinlich von Italien aus organisierte Dealer. Die sind sehr mobil in ganz Europa unterwegs. Die gleichen Dealer sind nie mehr als drei, vier Wochen in einer Stadt.

- Es gibt Schwarzafrikaner (meist aus Nigeria oder Kamerun), die nur zu einem Zweck herkommen (als Asylwerber oder im Rahmen des Familiennachzugs): Hier möglichst rasch durch Drogendeals so viel Geld zu verdienen, um sich in Afrika eine schöne Existenz aufzubauen. Diese Gruppe arbeitet lose zusammen, ist aber nicht wirklich organisiert.

- Dann gibt es Asylwerber, die als Dealer die Chance ergreifen, sich hier in Graz etwas dazu zu verdienen.

Dealer als "Opfer"

Und warum, fragt man sich, tut die Polizei nichts? Das Problem ist vielschichtig. Die Dealer kennen die Rechtslage bestens – die Mengen, die sie dabei haben sind so gering, das Anzeigen entweder gar keinen Sinn machen oder von der Justiz nicht weiter verfolgt werden. Im ersten Halbjahr 2015 hat die Polizei in Graz 800 Anzeigen wegen Suchtmittelvergehen "geschrieben" – die meisten "versickern"…

Oft stellen sich die Dealer selbst als Drogenopfer und Abhängige dar, was meist dazu führt, dass sie, mit gewissen Auflagen, im Prinzip ungeschoren bleiben.

"Aktion scharf"

Derzeit läuft eine "Aktion scharf" der Grazer Polizei. Mehrmals am Tag werden die Straßenzüge rund um die Keplerstraße abgesperrt und mutmaßliche Dealer und Konsumenten kontrolliert. Der Grazer Stadtpolizeikommandant Kurt Kemeter will aber gar keine Illusionen aufkommen lassen: "Wir machen etwas. Das grundsätzliche Problem, dass in Graz gedealt wird, das können wir aber gar nicht ändern. Wir können die Dealer nur mit großem Personalaufwand aus bestimmten Stadtgebieten vertreiben. Dann tauchen sie aber anderswo wieder auf. Das ist auch für uns Polizisten frustrierend."

Suche nach Lösungen

Auf Wunsch von Bürgermeister Siegfried Nagl (VP) wird an einer Lösung für den Bereich Keplerstraße gearbeitet – koordiniert vom Verein "Sicher Leben in Graz" suchen Polizei, Drogenexperten, zuständige Stellen des Magistrats usw. nach Maßnahmen. Demnächst werden auch die betroffenen Anrainer intensiv in die Gespräche eingebunden.

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