Fr, 15. Dezember 2017

Tragödie in Spanien

24.07.2015 16:05

Musste Frau sterben, weil Bungee-Seil zu lang war?

Schlimmer Verdacht nach dem tragischen Tod einer jungen Britin: Die 23-jährige Kleyo De Abreu war am vergangenen Dienstag bei einem Bungee-Sprung von einer Brücke in Spanien ums Leben gekommen. Nach dem Urlaubsdrama wird jetzt spekuliert, das Seil könnte zu lang gewesen sein. Der trauernde Vater der Verunglückten forderte eine umfassende Untersuchung, "damit so etwas nicht noch einmal passiert".

Kleyo De Abreu war zu Besuch bei ihrer Tante in Spanien und wagte am Dienstag den Sprung von der 80 Meter hohen Tablate-Brücke in der andalusischen Ortschaft Lanjaron. Ihre Tante musste dann mit ansehen, wie die junge Studentin bei ihrem zweiten Sprung in den Tod stürzte. Die 23-Jährige prallte mit voller Wucht gegen eine unter der Autobrücke liegende römische Steinbrücke. Für die Frau kam jede Hilfe zu spät, sie war nach dem Aufprall sofort tot. Knapp 25 Minuten hing die Tote laut Augenzeugen in der Luft, bevor die Einsatzkräfte dem grausigen Spektakel ein Ende bereiteten.

Im Internet wird der Bungee-Sprung von der Tablate-Brücke von Fans der beliebten Extremsportart als "besonderer Adrenalinkick" beschrieben. Eine Website preist den Sprung wegen seiner Nähe zur römischen Brücke darunter als "haarsträubende Aktion" an. Man stürze zwischen den beiden Konstruktionen durch und schwinge am Ende unter dem Bogen der historischen Brücke - die Kleyo De Abreu zum Verhängnis wurde.

War Seil zu lang?
Die spanischen Behörden leiteten nach dem tragischen Tod umgehend eine Überprüfung der Unfallursache ein. Noch sei es zu früh, endgültige Schlüsse zu ziehen, hieß es. Eine der Theorien ist aber, dass es bei der Berechnung der Seillänge zu einem Fehler gekommen war. Das zu lange Bungee-Seil könnte den Tod der Studentin schon vor dem Absprung besiegelt haben, so der Verdacht.

Vater trauert um Tochter
Besonders hart traf der Tod der Studentin ihren Vater Bernard Atwell. Die 23-Jährige war nach der Trennung ihrer Eltern im Kleinkindalter mit ihrer Mutter nach Südafrika gezogen. Erst im März war Kleyo De Abreu nach Großbritannien zurückgekehrt, wo sie ihren Vater, den sie seit ihrem ersten Lebensjahr nicht gesehen hatte, wieder traf. In London strebte die junge Frau eine Karriere als Modedesignerin an, vor Kurzem hatte sie noch ein Praktikum am Royal Opera House, dem bedeutendsten britischen Opernhaus, absolviert.

"Meine Tochter ist für immer von uns gegangen und nichts wird sie zurückbringen. Aber wir haben in der Familie gesprochen, und sind alle der gleichen Meinung: Wir wollen nicht, dass so etwas noch einmal passiert", forderte der trauernde Vater eine umfangreiche Untersuchung des Unfallhergangs.

Unfälle wegen technischer Fehler "relativ selten"
Trotz der Popularität der Extremsportart - die für jedermann erschwinglich ist und kaum Vorbereitung vonseiten der Springer benötigt - wurden bislang weltweit weniger als 100 Todesfälle beim Bungeespringen verzeichnet. Technisch bedingte Fehler, die zu Unfällen führen, sind laut Experten "relativ selten". Insgesamt liegt das Risiko eines Unfalls demnach bei 1:500.000.

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