So, 17. Dezember 2017

Neue Masche

24.07.2015 09:15

Abzocker verwirren Opfer mit Fake-Bluescreens

Die Online-Betrugsmasche mit dem vermeintlichen Microsoft-Mitarbeiter, der von sich aus anruft und den PC gegen Rechnung von nicht vorhandenen Viren befreit, ist mittlerweile hinlänglich bekannt. So bekannt, dass sich die Trickbetrüger nun eine neue Masche einfallen lassen haben: Sie rufen nicht mehr von sich aus an, sondern infizieren den Rechner zunächst mit Malware, die Fake-Bluescreens produziert und den Nutzer dazu anhält, bei einer vermeintlichen Servicenummer anzurufen.

Ruft ein Windows-Benutzer bei dieser "Servicenummer" an, gehen die Betrüger nach ihrem alten Muster vor. Wie der IT-Sicherheitsspezialist Malwarebytes in einem Blogeintrag erklärt, bringt der falsche Telefonkundendienst das Opfer zunächst dazu, die Fernwartungs-Software TeamViewer zu installieren und dem Betrüger Zugriff auf das System zu geben.

Betrüger kapert Rechner, installiert Malware
Ist der Betrüger dann erst einmal am Rechner, lässt er ein falsches Diagnoseprogramm laufen, das massenhaft unbegründete Fehlermeldungen ausspuckt, installiert weitere Malware und verlangt für die vermeintliche Säuberung des Systems eine Gebühr. Wer will, dass das System nachhaltig sauber bleibt, wird zur regelmäßigen Überweisung von Geld genötigt.

Die Fake-Bluescreens verursachen die Betrüger dabei mit einer Malware, die den Namen iLivid trägt und sich als harmloser Download-Manager tarnt. Wer sie auf sein System lässt, muss damit rechnen, dass die Malware nach kurzer Zeit Tastatur und Maus deaktiviert und im Vollbild den gefälschten Bluescreen mit der vermeintlichen Microsoft-Servicenummer einblendet.

Vorsicht bei seltsam aussehenden Bluescreens!
Generell gilt: Microsoft-Mitarbeiter rufen nicht von sich aus bei Kunden an, um vermeintliche Malware-Infektionen zu beheben. Wenn jemand bei Ihnen anruft und - meist auf Englisch - behauptet, ein Microsoft-Servicetechniker zu sein, legen Sie auf und ignorieren Sie den Anruf. Wenn Ihnen ein Bluescreen auffällt, der ungewöhnlich aussieht und eine Telefonnummer anzeigt, starten Sie Ihr System zunächst neu und scannen Sie es auf Viren.

Die berüchtigten Bluescreens sind Windows-Nutzern seit Langem bekannt und melden normalerweise ernste Systemfehler, die nur durch Neustart zu beheben sind. Je nach Fehlercode können sie auch Hardware-Fehler anzeigen. Unter keinen Umständen jedoch enthalten sie Telefonnummern von Support-Hotlines – zumindest, wenn es sich um einen Original-Bluescreen von Microsoft handelt.

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