Mo, 11. Dezember 2017

Bedenklicher Trend

22.07.2015 15:27

Immer mehr Reha-Fälle wegen psychischer Probleme

"Rehabilitation vor Frühpension" lautet seit 2014 die Devise in Österreich. In Tirol hat die Pensionsversicherungsanstalt (PVA) seither rund 2000 Personen in die Reha geschickt. Alarmierend ist die Tatsache, dass an die 70 Prozent der Betroffenen wegen psychischer Probleme aus dem Berufsleben katapultiert werden.

Rund 1500 Reha-Anträge sind laut Angaben der PVA im ersten Jahr der neuen Regelung in Tirol genehmigt worden. Jeden Monat kommen 80 bis 100 weitere dazu. In Summe befinden sich mittlerweile rund 2000 Tirolerinnen und Tiroler im neuen Reha-System. Mit der Regelung – sie gilt für Personen ab Geburtsjahrgang 1964 – will man die Menschen länger im Arbeitsleben halten. Nur wo keine Aussicht auf Besserung da ist, wird eine Invaliditätspension genehmigt. Im Vorjahr 1222 Mal, um fast 250 weniger als 2013.

Langer Weg zurück ins Berufsleben

Die ersten eineinhalb Jahre Erfahrung mit der neuen gesetzlichen Vorgabe zeigen eine bedenkliche Entwicklungen auf. "70 Prozent der Reha-Fälle betreffen Personen mit psychischen Problemen", sagt PVA-Chefarzt Romed Sailer auf Anfrage der "Tiroler Krone". Für diese Personen ist der Weg zurück ins Arbeitsleben oft ein sehr langer. Erschwerend kommt dazu, dass es in Tirol zu wenige stationäre und ambulante Reha-Angebote für Menschen mit Burnout, Depressionen und anderen psychischen Problemen gibt.

Nach medizinischer folgt berufliche Reha

Ist die medizinische Rehabilitation erfolgreich, dann geht es zurück in den Arbeitsmarkt - theoretisch! Oft finden betroffene keinen Job mehr. Die angespannte wirtschaftliche Lage und die monate- oder jahrelange Abwesenheit sind Gründe dafür. Deshalb kann von der PVA auch eine berufliche Reha mit Umschulung oder anderen Maßnahmen finanziert werden.

Wer allerdings keinen Job mehr ergattert, muss mit riesigen Abschlägen für seine Pension rechnen. Bis zu 40 Prozent Minus, wenn man etwa zehn Jahre weniger in das Pensionskonto einzahlt.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden