Di, 17. Oktober 2017

Beängstigende Aktion

22.07.2015 11:46

Lenkung sabotiert: Hacker kaperten vernetzten Jeep

Zwei IT-Sicherheitsforschern ist es gelungen, über das Mobilfunknetz in den Uconnect-Bordcomputer eines Jeep Cherokee einzudringen und das Fahrzeug während der Fahrt zu manipulieren. Charlie Miller und Chris Valasek konnten Beschleunigung und Bremsen manipulieren und erlangten im Rückwärtsgang sogar Kontrolle über die Lenkung. Der Hersteller hat nun ein Update für das betroffene Modell veröffentlicht.

Wie gefährlich es sein kann, ein vernetztes Auto zu lenken, zeigten die beiden Sicherheitsforscher einem Reporter des Technikmagazins "Wired". Er steuerte den Jeep, während die beiden Hacker sich mit der Bordelektronik verbanden – und nach und nach die Kontrolle über das ganze Auto übernahmen.

Zuerst spielte die Klimaanlage verrückt, dann schaltete sich plötzlich die Scheibenwischanlage ein – und am Ende landete der Jeep mit dem Reporter während der Demonstrationsfahrt in einem Graben.

Hacker arbeiten mit Fiat-Chrysler zusammen
Die Kontrolle über das Auto erlangten die beiden Hacker über eine Sicherheitslücke im Uconnect-System des vernetzten Jeeps, das über den US-Mobilfunker Sprint mit dem Internet verbunden war. Die Lücke reichte, um zahlreiche Komponenten des Autos dazu zu bringen, verrücktzuspielen.

Die beiden Sicherheitsforscher wollen Anfang August auf der Hackerkonferenz Black-Hat in Las Vegas Details zur von ihnen ausgenutzten Schwachstelle verraten und arbeiten bereits seit Monaten mit der Jeep-Mutter Fiat Chrysler zusammen, damit die Lücke geschlossen wird.

Update für gehackten Jeep verfügbar
Zumindest für den Jeep, der bei der Demonstrationsfahrt gehackt wurde, hat der Hersteller bereits ein Update veröffentlicht. Aufgespielt werden muss es vom Besitzer oder einer Werkstatt über den USB-Anschluss des Autos. Unklar ist derweil, ob auch andere Autos des Fiat-Chrysler-Konzerns, die mit dem Uconnect-System ausgestattet sind, angreifbar sind. Eine Liste betroffener Autos gibt es noch nicht.

Die Demonstration der zwei Hacker zeigt eindrucksvoll, welche Gefahren unzureichend gesicherte vernetzte Autos bergen und welche Möglichkeiten sie Kriminellen bieten. Grundsätzlich ließe sich mit einem gehackten Wagen ein Mord begehen, der für Außenstehende wie ein gewöhnlicher Autounfall aussieht.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden